Herr Kasupke - Tagebuch eines tauglichen Herren.

Die neue Serie von Marcus Ertle. Bei Herr Kasupke handelt es sich um eine fiktiv-satirische Tagebuchserie. Hauptperson ist Herr Kasupke, und natürlich seine drei Haremsdamen Mick, Mack und Möck. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder provokante Stellungnahmen seitens Kasupke sind durchaus gewollt, Distanzierung is nicht.

Herr Kasupke

1. Oktober

Wie alles begann.

Neue Epoche bricht an. Gestern nacht setzte der Flieger auf der heimischen Landebahn sanft wie ein Babypopo auf. Aus ihm heraus stiegen meine Wenigkeit und meine drei liebenswerten, neuen...ja, wie soll man sie nennen? Ehefrauen - klingt amtlicher als ihr Status in Wahrheit ist, Mitbewohnerinnen wäre eine Untertreibung, Gespielinnen klingt schmutzig, mag aber keinen Schmutz. Der eleganteste Ausdruck, der gleichzeitig von großer Lebenskunst zeugt, ist wohl: Haremsdamen. Als nun jedenfalls eben erwähnter Flieger um 15:00 Uhr Ortszeit, das von mir so hochgelobte asiatische Gastland verlies, war meine Wenigkeit nicht mehr einsam. Der Grund oder die Gründe saßen links und rechts und rechts hinter mir, lächelten neugierig aus den Fenstern und hin zum Bordfernseher, auf dem eine romantische Komödie die gute Laune bedrohte.
Diesem Flug waren Wochen der strengsten Selbstprüfung vorausgegangen. Tage des Zweifels, der Hoffnung und der Diaröh.
Auf jeden Topf passt ein Deckel- sagt der vorlaute, dumme Volksmund und vergisst dabei, dass es mehr als einen Deckel gibt, der passen mag. Zu guter letzt standen drei hoffnungsvolle Damen in der Endrunde, und was manche Entscheidungsschwäche oder Maßlosigkeit nennen, nennt meine Wendigkeit gerne verschwenderischen Großmut. Konnte mich zwischen den drei Bellissimas einfach nicht entscheiden und nach ausführlichen Gesprächen (etwas einseitig, zugegeben, aber ausführlich) mit ihnen, ihrer Sippschaft und einem einfallsreichen Advokaten, wurde beschlossen einfach allen Drei den Aufenthalt in meinem bescheidenen Anwesen zu gewähren.
Danach: große Freude allenthalben und ruck-zuck waren wir auf dem Weg ins heimelige Abendland. Verzichtete der Einfachheit halber darauf, die ursprünglichen Namen der Mädels mit auf die große Reise zu nehmen, verlieh ihnen statt ihrer alten, verbrauchten und radebrechenden Namen liebevoll neue: Mick, Mack und Möck.
Von ihnen und mir, von und allem anderen, oder zumindest allem wichtigen, berichtet fortan dieses Tagebuch.

5. Oktober

Einstand

Heute mit Mick, Mack und Möck friedlich aber etwas beengt in der Badewanne gelegen, über das unheimliche Bienensterben und das neue Auto des ungeliebten Nachbarn Stranski philosophiert, zu keinem vernünftigen Resultat gekommen. Später mit Sekt und Orangensaft die (noch etwas fremdelnden) Damen aufgelockert, Wäsche gewaschen und schließlich ordentlich gebügelt.

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