Weltfaulpelztag

Eigentlich dürfte ich diese Kolumne heute gar nicht schreiben - aus Respekt.

Respekt vor dem Weltfaulpelztag. Aber mit diesem Widerspruch muss ich leben und ein wenig erweise ich dem Tag dadurch meine Referenz, dass ich bei der Wahl des heutigen Themas ziemlich faul war. Diese Welttage wurden ja genau zu diesem Zweck erfunden.

Es begann an einem Sommertag 1947 in einer Redaktion in New York, kurz vor Deadline. Dem Chefredakteur fehlte noch eine Meldung. Die Uhr tickte. Was soll man machen? Er ruft einen Redakteur, Jim Betesta, in sein Büro und blafft ihn an, dass er irgendeinen Text liefern soll. Der nickt nervös, eilt zurück an seinen Schreibtisch und versucht sich was aus den Fingern zu saugen. Heute wäre es wohl ein Text über einen neuen Sex-Trend in Berlin. Damals in New York fiel der Blick des Redakteurs auf einen Werbeprospekt für Betten und aus dem Wunsch wurde Wirklichkeit: Der Welttag des Schlafes wurde erfunden. In den Jahren darauf entstanden dann immer mehr Welttage, es sind inzwischen so viele, manche müssen sich einen Tag teilen, von den nationalen Tagen ganz zu schweigen.

In Nordkorea gibt es zum Beispiel einen „Tag der Presse“. Ich persönlich begehe den „Weltspatzentag“ sehr gerne und gehöre zu den unzähligen Journalisten, die Jim Betesta herzlich danken, wenn sie mal wieder eine Lückenfüllermeldung brauchen.

So, das reicht jetzt aber auch für heute. (me)

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