Die Mode im "Dritten Reich"

Ein halbes Jahr vor dem Überfall auf Polen: eine deutsche Modezeitschrift aus dem März 1939, zu sehen in der neuen Sonderausstellung im Textilmuseum

Der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle hat am Freitag, 12.05., die neue Sonderausstellung "Glanz und Grauen – Mode im 'Dritten Reich'" im Augsburger Textilmuseum (tim) eröffnet (Fotos unten). Vor rund 200 geladenen Gästen sprach Spaenle von einer eindrucksvollen Schau, die zeige, wie tief das Herrschaftssystem des Nationalsozialismus in das Privatleben der Menschen vorgedrungen sei. "Die Ausstellung wirft einen Blick auf Bereiche, die bislang nur wenig erforscht worden sind. Die Exponate verdeutlichen anschaulich und in erschütternder Weise den totalitären Ausgriff des nationalsozialistischen Unrechtsregimes auf nahezu alle Lebensbereiche."

Kleidungsstücke bildeten demnach wichtige Elemente, um die vermeintliche Homogenität einer "Volksgemeinschaft" sichtbar zu machen, aber auch, wie im Falle des "Judensterns", die rassistische Ausgrenzung einer ganzen Bevölkerungsgruppe zu markieren. Spaenle rief Lehrer in Bayern dazu auf, mit ihren Schülern das tim zu besuchen. "Die Ausstellung kann auch im Rahmen des Unterrichts einen Beitrag zu einer verantwortungsvollen Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte und zu Demokratieerziehung leisten", so Spaenle.

Das tim hat die Ausstellung "Glanz und Grauen" vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) übernommen und sie um zahlreiche Exponate aus Bayern erweitert. Auf einer Fläche von 1.000 Quadratmetern werden u.a. Originalkleidung, Fotos, Modegrafiken, Zeitschriften, Kinderbücher und Spielzeug aus der Zeit des "Dritten Reichs" gezeigt.

Die Ausstellung ist bis 22. Oktober 2017 zu sehen, geöffnet von Dienstag bis Sonntag, 09.00 bis 18.00 Uhr, montags geschlossen.
(PM/flo)

www.timbayern.de/ausstellung/sonderausstellung

Foto oben: LVR Industriemuseum
Fotos unten: Manuel Branz

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