Weitere Stolpersteine werden in Augsburg verlegt

Weitere Stolpersteine werden verlegt

Am Samstag, den 14. Oktober, findet die dritte Verlegung von Stolpersteinen in Augsburg statt. Der Erfinder der Stolpersteine, der Kölner Künstler Gunter Demnig, wird die Verlegung persönlich vornehmen, beginnend um 09.00 Uhr in der Ulmer Straße 52 mit einem Stein für den Augsburger Stadtrat Leonhard Hausmann (KPD). Hausmann war das erstes Augsburger Opfer des Naziregimes: Bereits am 17.5.1933 wurde er in Dachau ermordet.

Weitere Stationen sind die Pestalozzistraße 4 ½, das Findelgäßchen 4, die Gögginger Straße 26 und die Metzstraße 37. Die Paten der Stolpersteine und Angehörige werden mit vorgetragenen Biografien der Verfolgten gedenken. Auch Schulklassen haben sich wieder angekündigt. (Route und Inschriften: www.stolpersteine-augsburg.de)

Gegen Mittag wird Gunter Demnig die Verlegung in Augsburg abgeschlossen haben und weitere Stolpersteine in München anbringen. Insgesamt erinnern in Europa mehr als 60.000 Stolpersteine an die Opfer des Nationalsozialismus. Mit den Stolpersteinen zeigen unsere Städte und Gemeinden, wo die Opfer des Nationalsozialismus zuletzt gewohnt haben und geben ihnen wieder einen Namen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur und tragen dazu bei, dass sich diese Verbrechen nicht wiederholen. (pm/max)

Foto: Thomas Hacker

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Kommentare

Ich freue mich sehr, dass es nun auch in Augsburg mit der Stolpersteinverlegung weiter gehen kann. Leider können einige beantragte Stolpersteine nicht verlegt werden. Durch einen "Fachbeirat" wird geklärt, ob der Verfolgte als Opfer des NS einzuschätzen ist oder nicht. Demnach ist ein Opfer kein Opfer wenn es KZ und Verfolgung überlebt hat. In keiner anderen Stadt war es bisher notwendig einen "Fachbeirat" zu installieren. Nach mehr als 70 Jahren nach der Befreiung der Konzentrationslager ist es gegenwärtig nicht möglich für die Augsburger Ehrenbürger, die Verfolgt waren, Stolpersteine zu verlegen. Sie haben überlebt.

Meine Oma hat Widerstand geleistet gegen den Nationalsozialismus. Sie wurde wegen "Vorbereitung zum Hochverrat", zusammen mit anderen, eingesperrt. Viereinhalbjahre war sie im Zuchthaus und im KZ. Sie hat überlebt. In Augsburg wurde sie zur Ehrenbürgerin ernannt und erhielt das Bundesverdienstkreuz. Der Antrag auf die Verlegung eines Stolpersteins wurde von der Stadt abgelehnt. Sie hat überlebt.

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