Tanz mit Bertolt

Hoch die Tassen - Erobique begeistert am Ende der Langen Brechtnacht

Über mangelnde Presseaufmerksamkeit kann sich der neue Leiter des Brechtfestivals, Patrick Wengenroth, nicht beklagen: Selbst die Internetzeitung DAZ schickte drei Autoren zur Langen Brechtnacht am Samstag, die AZ doppelt so viele. Kein Wunder, schließlich galt es, sieben Veranstaltungsorte abzudecken, das Konzert von Konstantin Wecker im Gaswerk gar nicht mitgerechnet.

Dabei hätte sich das Eintrittsgeld von 19 Euro schon allein für die drei Künstler im Rathaus gelohnt: Sarah Lesch, Mine und allen voran Käptn Peng und die Tentakel von Delphi boten einen wunderbaren Ausschnitt aus der weiten Welt der anspruchsvollen deutschen Popmusik, Isolation Berlin zogen 250 Zuschauer in den rasant bis zum letzten Platz gefüllten Provino Club.

Der Preis für das olfaktorische Highlight des Abends geht ans Grandhotel für das Käsefondue im Augustanasaal, in dem übrigens auch ein Mitglied der Goldenen Zitronen im Rahmen des Schwabinggrad Balletts zu sehen war. Der Jazzclub zeigte sich experimentell, in Hoffmannkeller, Soho Stage und Kresslesmühle reüssierten zahlreiche Augsburger Künstler.

Die Qual der Wahl war dann wohl das bestimmende Element des Abends und wer sich gegen die Dakh Daughters in der Brechtbühne (Foto unten) entschieden hatte, bekam beim Clubabend im Bungalow sein Fett weg, offensichtlich waren die Damen aus der Ukraine ein absoluter Höhepunkt der Brechtnacht. Viel Zeit zum Trauern blieb freilich nicht, dafür sorgte die Hamburger One-Man-Disco-Band Erobique - ein absolut würdiger Abschluss für eine dann auch wirklich noch lange Nacht.

Und wieder kommen Erinnerungen auf an Wengenroths Vorvorgänger Albert Ostermaier, der das damals dreitägige Brechtfestival "abc" bei seiner letzten Ausgabe mit einem Set von DJ Hell im knallvollen Capitol beendete – am Sonntagabend! Großes Kompliment an die Veranstalter, allen voran Brechtnacht-Kurator Girisha Fernando.
(flo)

Fotos: Christian Menkel, viele weitere Bilder von der Langen Brechtnacht gibt's auf der FB-Seite des Festivals.

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