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Kapituliert Augsburgs linke Subkultur?

Die Unterstützerlisten für die Kommunalwahl liegen noch gut zwei Wochen aus. CSM und AfD haben die Hürde problemlos genommen. Eng oder verdammt eng wird es für den Rest...

Die Unterstützerlisten für die Kommunalwahl liegen noch gut zwei Wochen aus. Wer das erste Mal antreten will, braucht 470 Unterschriften. Die CSM und die AfD haben die Hürde problemlos genommen. Eng oder verdammt eng wird es für den Rest. Die ÖDP könnte es schaffen, wenn die Unterstützer weiterhin in dem Maß wie bisher unterschreiben. Schwer einzuschätzen ist die Lage insbesondere für neue Parteien, die noch keinen stabilen Wählerstamm haben.

Dazu gehören die Polit-WG, die Piraten und die rechtsextreme BIA. Die beiden ersten Gruppen schöpfen zum allergrößten Teil aus dem unberechenbaren Alternativenmilieu. Und hier liegt ein Problem. Dieses Milieu gibt sich zwar gern politisch, beschränkt seine Politikfähigkeit aber nicht selten darauf, in Szenekneipen die Korruptheit und Blödheit der etablierten Parteien zu diskutieren bzw. sich gegenseitig die Richtigkeit der eigenen Weltsicht zu versichern. Für das politische Alltagsgechäft fehlt oftmals das Interesse und die Geduld, das gilt für die Lokalpolitik in noch weit stärkerem Maß. Die große Schwäche der linksalternativen Szene ist die Weigerung, sich in die trockenen Tiefen nüchterner Parteipolitik zu begeben. Dass sich Gesellschaft und Politik nicht allein durch resigniertes Schimpfen über das Establishment ändern lassen, diese Einsicht scheint sich bisher noch nicht durchgesetzt zu haben.

Es kann allerdings durchaus sein, dass es gegen Ende der Frist zu einem Run auf die Unterschriftenlisten in den Bürgerbüros kommt. Ein Mobilisierungsfaktor könnte hierbei paradoxerweise die NPD-Organisation "Bürgerinitiative Ausländerstopp" (BIA) sein, die momentan weit vor Polit-WG und Piraten liegt und vor allem in Lechhausen mittels Straßenwahlkampf viele Unterzeichner gewinnt.

Viele potentielle Wähler aus dem linken Spektrum könnten es als Herausforderung betrachten, den Rechtsextremisten nicht die Führung zu überlassen. Denn wenn es jenen gelingen sollte, mehr Wahlberechtigte zu mobilisieren als das linksalternative Lager, oder gar die 470-Hürde zu überwinden, dann müsste sich die linke Subkultur in Augsburg tatsächlich als jämmerlichen Haufen empfinden.

Der aktuelle Stand bei den Unterschriften:
CSM: 540
AFD: 536
ÖDP: 280
BIA: 205
Polit-WG: 141
Piraten: 85

(me)

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