Nicht ohne mein Schild

Ein "Augenblick bitte"-Schild in Regensburg - gebracht haben sie offensichtlich nicht viel

Nachdem in Augsburg gerade mit Vorliebe Fußgänger und Radler überfahren werden, darunter ein zweijähriges Kind, haben die hiesigen Grünen als einzige Stadtratsfraktion reagiert und das Aufstellen von Schildern an "unübersichtlichen Kreuzungen" gefordert.

So lobenswert es ist, dass in der Fahrradstadt überhaupt ein Politiker sich Gedanken darüber macht, muss man sich doch auch die Begründung der Grünen auf der Zunge zergehen lassen: "Wir wollen, dass die Verwaltung ein entsprechendes Warnschild entwickelt und die Schilder in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem ADFC so aufgehängt werden, dass gerade LKW-FahrerInnen sie im Blickfeld haben. Jede und jeder Verletzte oder Tote, den wir so vermeiden können, ist die Mühe wert", schreibt der verkehrspolitische Sprecher Cemal Bozoğlu, der sich offensichtlich Mühe gibt, die tausenden von hart arbeitenden Truckerladies nicht unerwähnt zu lassen.

Die Grünen berufen sich auf eine Idee aus Regensburg: "Die Stadt Regensburg hat mit der dortigen Verkehrswacht ein Warnschild 'Augenblick bitte! Beim Abbiegen auf Radfahrer achten' entwickelt und damit gute Erfahrungen gemacht", so Christian Moravcik, Mitglied im Bauausschuss. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Laut einem Bericht der Mittelbayerischen Zeitung hängen die Hinweise in Regensburg schon seit Jahren und wurden im Juni 2016 erneuert, "da das Problem nach wie vor akut ist und alte Schilder verschlissen waren".

Ganz ehrlich: So lange die Radwege in Augsburg nicht gekennzeichnet sind wie Atommülltransporte während der Balz und Polizei und Verkehrsüberwachung nicht mindestens einmal monatlich einen spezialisierten Kontrolltag mit entsprechenden Strafen einlegen, wird sich an der Situation nichts ändern. Aber Schilder aufstellen ist natürlich auch schön... (flo)

Im Bild: Schild aus Regensburg (Foto: Michael Rill)

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