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Ein sichtlich angespannter OB trat heute vor die Presse - man nimmt es Kurt Gribl (mittleres Foto) durchaus ab, dass ihm das Ringen um die Maxstraße eine Herzensangelegenheit ist. Nach dem Scheitern des Dönerverbots war die verlängerte Sperrzeit zwar "naheliegend", so Gribl, doch sieht der OB die vorgezogenen Schließzeiten für Lokale als "ultima ratio" und wird sie trotz vehementer Forderungen seitens der Anwohner und teilweise auch der Politik nicht einführen.
Stattdessen soll nun ein "Konsenspaket" (Gribl) mit 17 Punkten für Verbesserungen sorgen, an dem auch Ordnungsreferent Walter Böhm, der Popkulturbeauftragte Richard Goerlich (unteres Foto) sowie Rafael Brandmiller vom Stadtjugendring beteiligt waren.
Mit kräftigen Einschränkungen muss dabei der Verkehr rechnen, der laut Gutachten der größte Lärmverursacher ist. Die Geschwindigkeit in der Maxstraße soll auf 20 Stundenkilometer herabgesetzt, das Anwohnerparken und das kostenpflichtige Parken räumlich und zeitlich ausgeweitet sowie strenger kontrolliert werden. Darüber hinaus wird das Gespräch mit dem Taxigewerbe gesucht, um die Fahrer für die Problematik zu sensibilisieren und eventuell den Taxistand von der Max- in die Hallstraße zu verlegen.
Mithilfe von neuen Ordnungskräften will man dem Jugendschutz Nachdruck verleihen und auch den Wirten mehr als bisher auf die Finger schauen. "Das Gaststättenrecht gibt uns da schon viele Möglichkeiten in die Hand", so Gribl, "doch bis jetzt konnten wir nicht ausreichend kontrollieren." Außerdem werden die Gastronomen angehalten, ihre Besucher für die Problematik zu sensibilisieren. Wobei die Wirte nicht die Feinde sind, in einer Kooperation von Gastronomie, Gewerbe und Gästen will man positive Bekenntnisse zur und ein Eintreten für die Maxstraße fördern, um der problematischen Minderheit der "laufenden Emitenten" (Zitat Stadtbaurat Merkle) entgegenzuwirken.
Als Clearing- und Monitoringstelle wird ein "kleiner runder Tisch" alle zwei Monate bzw. später halbjährlich tagen, um die Maßnahmen zu reflektieren und Probleme zu besprechen.
Zum geplanten "Kulturkonzept", das der Popkulturbeauftragte und der Stadtjugendring entwerfen werden, konnte und wollte Richard Goerlich noch nicht viel sagen. Als erste Schritte denkt man zusammen mit der City-Initiative Augsburg daran, Leerstände in der Innenstadt zu nutzen, um mit kulturellen Veranstaltungen, eventuell in Zusammenarbeit mit dem Theater, einen ausgewogeneren Publikumsmix auf der Maxstraße zu erreichen.
Das neue Maßnahmenpaket soll Ende April, Anfang Mai im Stadtrat behandelt werden und auf jeden Fall noch vor dem Sommer in Kraft treten.
Klingt alles in allem doch ganz vernünftig. Und wenn tatsächlich alle Beteiligten im Boot sitzen und vielleicht sogar mitrudern, könnte es klappen und die unsägliche Diskussion wäre endlich vom Tisch - eine nahezu unglaubliche Vorstellung...
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Geschrieben von flo am Mittwoch, 10.03.2010
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