Donnerstag, 23.02.2012

 
 

 
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Augsburger Piraten gründen Kreisverband
Die junge Partei der Polit-Piraten macht Furore und entert nach und nach die Schaltstationen der Macht. Auch in Augsburg und Umgebung wird die Augenklappe aus der Kajüte geholt und die Totenkopfflagge gehisst. Zum ersten Vorstand für den Kreisverband der bayerisch-schwäbischen Piraten wurde Vinzenz Vietzke mit 35 Stimmen von rund 40 anwesenden wahlberechtigten Piraten gewählt. Es wurden auch Piratinnen gesichtet. Wir schwören!  Der Gegenkandidat von Vietzke war Thomas Zenetti. Vor der Wahl des Vorstandes wurde am Samstag, 14. Januar, nachmittags in der Augsburger Gaststätte Thorbräustüberl, der Kreisverband Schwaben der Piraten gegründet.

Vinzenz Vietzke (Foto oben) wurde 1984 geboren, wohnt in Augsburg, ist noch ledig und von Beruf Erzieher. Bei den Piraten ist er seit März 2010. Er will zwei Kandidaten für die Stadtratswahl Anfang 2014 in Augsburg aufbauen und einen Wahlkampf mit Programm dafür aufstellen. Er ist gegen die Auslandseinsätze der Bundeswehr, jedoch muss für ihn ein Abzug zum jetzigen Zeitpunkt erst schrittweise erfolgen, um die jeweiligen Einsatzregionen nicht unnötig zu destabilisieren.

Umweltpolitik sieht er zwar "nicht als Kernkompetenz der Piraten", er ist aber der Meinung, dass man sich vor den "Auswirkungen des jahrzehntelangem Raubbaus an unserem Planeten nicht verschließen kann" und sich Maßnahmen dagegen überlegen muss. Bei der Wirtschaftspolitik meint er: "Ohne sinnvolles und bedachtes wirtschaftliches Handeln ist keine wertvolle Bildungsarbeit möglich."

Vietzke plädiert für eine "durchdachte Drogenpolitik, die einerseits medizinische Anwendung ermöglicht, jedoch auch andererseits vor Missbrauch schützt". Das  ist für ihn unabdingbar und in Deutschland längst überfällig. "Wichtig ist mir hierbei auch der Einbezug von Alltagsdrogen wie Nikotin und Alkohol", so Vietzke.

Zum Spektrum freier Meinungsäußerung zählt für Vietzke "hundertprozentig auch die freie Ausübung des Glaubens". Verbote von Minaretten oder Ghettoisierung von beispielsweise islamischen Gläubigen ist für ihn kein fairer Umgang mit Menschen, die unser Land in den "letzten Jahrzehnten (mit-)aufgebaut und geprägt" haben.

Das Bräustüberl war mit Piraten, auch aus anderen bayerischen Städten, ihren Gästen sowie einigen Medienbeobachtern gerammelt voll. Sogar der altgediente Augsburger Kommunalpolitiker Toni Resch von der FDP schaute sich staunend das Spektakel einer jungen Partei im Aufbruch an. Und weil die Piraten auch tüchtig trinken, konnten die Bedienungen ihre Schatzkisten, äh, Kassen, tüchtig mit Dublonen füllen.

 
    Geschrieben von Arno Löb am Montag, 16.01.2012










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