Fliegende Bauten

In einer fiktiven Wohnbaubehörde brechen die Wohnträume (und damit auch die unterschiedlichsten Lebensentwürfe) der Wartenden durch die Lethargie von Baubürokratie und Stadtplanungschaos.
Denn während die »Tiny-House-Bewegung« mit ästhetischem Minimalismus und ökologischem Bewusstsein die Aussteigerfantasien der einen befeuert, wird an anderer Stelle bereits vom neuen Utopia geträumt: Städte, die ein Paradies für Radfahrer*innen und Bienenzüchter*innen sind, bestehen nur noch aus begrünten Hochhäusern mit Mehrgenerationenwohnkonzept und Gemeinschaftsgärten. Die atemberaubende Architektur öffentlicher Kunsttempel (die selbstverständlich ohne Kostenexplosion in der vorgesehenen Bauzeit errichtet wurden) begeistert Tourist*innen und Einheimische gleichermaßen. Städtisches und ländliches Wohnen fließen ineinander und verbinden sich zum Besten aus beiden Welten.

Doch der triste Wohnalltag sieht anders aus: schlechte Luft und explodierende Mieten in der Stadt, Leerstand und keine Anbindung ans öffentliche Leben auf dem Land. Das Vereins-, Kneipen- und Busliniensterben ist in aller Munde und verdient ein eigenes Lied. Und über umstrittene und zu Kampfbegriffen stilisierte Bezeichnungen wie »Gentrifizierung« und »Heimat« singt man vielleicht ohnehin besser als zu reden.

Ein musikalischer Abend über die Frage »mieten oder kaufen?« von Regisseurin Elsa Vortisch, die sich nach Arbeiten am Maxim Gorki Theater, dem Anhaltischen Theater Dessau, dem Theater Vorpommern und dem Theater Rudolstadt erstmals in Augsburg vorstellt.

Termin:

29.10.2020

Beginn:

19:30

Anfahrt Staatstheater in der Brechtbühne im Gaswerk
Adresse:
Staatstheater Augsburg
August-Wessels Straße 30
86156 Augsburg
Deutschland

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