Die Gaming-Szene in Bayern und Augsburg

In den letzten Jahren erlebt das Gaming gesellschaftlich und wirtschaftlich ein augenscheinliches Wachstum. Dieser globale Trend spiegelt sich auch in der regionalen Gaming-Szene Bayerns wider. Vereinsgründungen, Gaming-Projekte und Investitionen auf der Landes- und Kommunalebene bereichern die Freizeitlandschaft des Bundeslandes und bieten ihren Bewohnern Raum für alternatives Entertainment.

Die Wachstumsmotoren des Gamings
Die fortschreitende Digitalisierung in der Gesellschaft und der Einzug von bahnbrechenden Technologien in den Alltag stimuliert seit den 1990ern die konstante Expansion des Gaming-Marktes. Die Wirtschaftszweige Mobile Gaming, iGaming und eSport gehören hierbei zu den wichtigsten Wachstumsmotoren der Branche. Das Mobile Gaming profitiert in erster Linie von der allgegenwärtigen Nutzung von tragbaren Hightech-Geräten. Unabhängig von Ort und Zeit ermöglichen Smartphones und Tablets über Webseiten, Downloads und Apps den einfachen Zugriff auf zahlreiche Mobile Games. Von schnellen Puzzlespielen und Jump ’n’ Runs bis hin zu komplexen Multiplayern ist für jeden Geschmack und Altersgruppe eine Alternative zu finden. Auch das iGaming ist ein Produkt der Digitalisierung. Im Wesentlichen ist der Online-Casino-Sektor die digitale Neuinterpretation der althergebrachten Casinospiele. Seine Produktpalette umfasst ein weites Spektrum an Online-Slots in zahlreichen Variationen, mit unterschiedlichen Themen und innovativen Mechaniken. In den virtuellen Spielräumen sind selbstverständlich auch die klassischen Karten- und Würfelspiele zu finden.
ESport ist dagegen das Gaming auf Wettbewerbsebene. Wie im klassischen Sport müssen Profis nach den offiziellen Regeln eines Spiels ihre Gegner schlagen. Der Sektor sticht gegenwärtig mit wachsenden Zuschauerzahlen und Preisausschüttungen in Millionenhöhe hervor. Rekordhalter ist demnach bislang die Dota-2-Meisterschaft The International 2021, bei der die Teilnehmer um ein Gesamtpreisgeld von rund 40 Millionen US-Dollar gegeneinander antraten. Weitere Erfolgssektoren des Gamings sind zudem Virtual und Augmented Reality sowie Cloud-Gaming, die alle laut Experten ein großes Zukunftspotential vorweisen. Insgesamt hat dieser weltweite Aufstieg der Gaming-Industrie bedeutende Veränderungen in der regionalen Freizeitkultur Bayerns zur Folge.

ESport in Vereinen
ESport-Clubs sind inzwischen ein fester Bestandteil der bayerischen Vereinslandschaft. Die wichtigsten Vertreter sind dabei RoyalBlue eSports aus Pfarrkirchen, Munich eSports aus der bayerischen Landeshauptstadt und E-Sport UBT aus Bayreuth. Auch in Augsburg und seiner näheren Umgebung sind wichtige Locations vorzufinden, die das Stadtleben bereichern: White Wolf eSports und Inexorable eSports bieten lokalen Gamern die Möglichkeit, ihre ersten Schritte in Richtung professionelles Gaming zu wagen. Der Verein CharityGamer in Augsburg betreibt hingegen nicht nur kompetitives Spielen, sondern zockt zudem über Livestreams für den guten Zweck.
Weiterhin bereichert der Bayerische Fußball-Verband den lokalen eSport. Als erster Verband in Deutschland verankerte er 2018 eFootball in seiner Satzung und erleichterte damit die Vereinsgründung. Mittlerweile existieren etwa 100 Amateurclubs, die in unterschiedlichen virtuellen Ligen gegeneinander antreten.

Gaming-Initiativen in Bayern
Jenseits der Vereinsgründungen existieren in Bayern zahlreiche Initiativen, welche die regionale Gaming-Kultur weiter ausdehnen möchten. Die Lechwerke (LEW) in Augsburg waren Gastgeber für verschiedene FIFA-Turniere mit Preisen. Die Computerspielakademie in München befasst sich mit allen Facetten der Szene und präsentiert unterschiedliche Gaming-Kampagnen auf Basis von Livestreams, Workshops oder Vorträgen. EarlyGame, das Münchner Portal für eSports und Gaming-Kultur, überzeugt mit themenbezogenen Publikationen und eSport-Expertise. Das Project HIVE aus Nürnberg betrachtet sich als Vermittler zwischen der Gaming-Gemeinschaft und der Offline-Welt. Das Kulturzentrum unterstützt Gamer, veranstaltet Turniere und betreibt aktiv Öffentlichkeitsarbeit, um das Medium „Spiel“ aus der Szene in den Mainstream zu tragen.
Daneben sind Förderungen auf der Landes- und Kommunalebene vorzufinden. 2022 investierte das Bayerische Digitalministerium insgesamt 3,9 Millionen Euro in Games. Finanzielle Unterstützung erhielten sowohl kleinere Projekte wie das Virtual-Reality-Spiel zum Münchner Oktoberfest als auch Großinvestitionen wie das Projekt XR-Hubs, welches langfristig die landesweite Vernetzung der Zukunftstechnologie Extended Reality (XR) vorsieht. Einer der aktivsten Kommunen Bayerns ist die Stadt Nürnberg. Infolge der Bemühungen des Stadtrats und Parteivorsitzender der Nürnberger SPD Nasser Ahmed führte sie als erste bayerische Kommune eine eigene eSport-Förderung ein.

Die finanzielle Unterstützung des bayerischen Landes, Projekte zur Bereicherung der regionalen Gaming-Szene sowie die Gründung von zahlreichen eSport-Vereinen sind wichtige Initiativen, welche die Vielfalt in der regionalen Freizeitlandschaft fördern. Gleichzeitig sind diese Gaming-Investitionen bedeutende Maßnahmen, damit die Region mit dem globalen Aufstieg in der Gaming-Industrie mithalten kann. Die Augsburger Gaming-Szene wird aktuell von eSport-Vereinen dominiert. Gemäß dem internationalen Trend sind jedoch weitere Gaming-Initiativen in nächster Zeit zu erwarten.

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