Nach neuem US-Steuergesetz: Apple gibt Mitarbeitern $ 2.500 Bonus

Nach neuem US-Steuergesetz: Apple gibt Mitarbeitern $ 2.500 Bonus

Die viel diskutierte Steuerreform in den USA zeigt erste Auswirkungen. So hat etwa die Firma Apple beschlossen, allen Mitarbeitern Bonusse auszuzahlen. Manche davon in Aktienpaketen oder anderen Leistungen. Auf diese Weise sollen große Teile des Firmenvermögens zurück in die USA geholt werden, denn die Unternehmenssteuersätze sind dort nun niedrig wie niemals zuvor.

Einmalzahlungen in Form eines Bonus an Mitarbeiter verspricht weitere Steuererleichterungen, ein Angebot, dass auch in anderen Bereichen zunehmend Schule macht. Ein ganz ähnlicher Vorgang aus einem anderen Bereich: Das Angebot vieler Glücksspielportale, online Casino Bonus ohne Einzahlung sofort zu erhalten.

Das auf den ersten Blick kurios wirkende Steuerpaket dürfte einem langfristigen Plan folgen:
Zunächst gilt es, Unternehmer im eigenen Land zu entlasten und so Investitionen und Umsätze zu steigern, was dann, in zweiter Konsequenz, zu mehr Steuereinnahmen führen dürfte. Der „chaotische Faktor“ in diesen Überlegungen ist jedoch die Zeit. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die USA massive wirtschaftliche Schwierigkeiten haben. Erst in diesem Jahr kam es erneut zum gefürchteten Shutdown und so bleibt abzuwarten, ob die wirtschaftliche Situation im Land tatsächlich die Zeit gewährt die nötig ist, um Trumps Steuerreform zum Erfolg werden zu lassen.

Auch andere Unternehmen haben Reaktion angekündigt
Es mehreren sich die Meldungen, dass auch andere große Unternehmen auf die Steuerreform reagieren werden. Manche mit der Einstellung neuer Mitarbeiter, andere mit Gehaltserhöhungen oder Sonderzahlungen. Es scheint also, als würde die Idee Trumps, die US-Wirtschaft anzukurbeln durchaus funktionieren. Erneut ist die Frage: Wie stabil ist so ein künstliches Wirtschaftswachstum? Die Firma Apple konzentriert sich auf die Schaffung neuer Arbeits- und Ausbildungsprojekte und fördert Schulen und Ausbilder im einschlägigen Bereich. Außerdem beabsichtigt das Unternehmen, beachtliche Spendengelder freizustellen, die vornehmlich im eigenen Land Verwendung finden sollen. Dies dürfte sicherlich auch langfristig positive Auswirkungen haben, sofern es die Firma Apple betrifft.

Bei anderen Unternehmen wird sich die Frage stellen: Wie sinnvoll wird das durch die Steuersenkungen gewonnene Finanzbudget eingesetzt? Man kann also davon ausgehen, dass diese Steuerreform sicherlich die US-Wirtschaft anschieben wird, ob dieses Wachstum jedoch stabil und kontinuierlich abläuft, wird die Zeit und das unternehmerische Geschick der Konzernchefs zeigen müssen.

Apple zeigt hier einen guten Weg auf:
Alle Mitarbeiter unter dem Status eines Direktors erhalten Aktienpakete.
Damit bleibt das Geld im Unternehmen, zugleich werden die Angestellten am Unternehmenserfolg beteiligt. Apple wird ein wenig zu „ihrer Firma“, statt zur Firma, für die sie arbeiten. Das ist sicher sehr motivierend und bietet Apple wiederum die Möglichkeit, die Gelder in liquider Form einzubehalten und zu investieren.

Die Zeit muss zeigen…
….ob Trumps Soforthilfe sich auf die amerikanischen Unternehmen langfristig auswirken wird. Es ist anzunehmen, dass der Weg den Apple einschlägt durchaus Schule machen wird. Die Art der Bonuszahlung ist gut durchdacht und schafft die in der Wirtschaftsstrategie so begehrte „win-win“-Situation für das Unternehmen und dessen Mitarbeiter. Immer noch steht den enormen Steuereinsparungen für Unternehmen jedoch das beeindruckende Haushaltsdefizit der USA gegenüber. Zugleich sollen die Verteidigungsetats weiter angehoben und Kredite und staatliche Förderung für Wirtschaftskredite gesenkt werden. Vermutlich aus diesem „Wermutstropfen“ heraus hat Apple sich für die Bonus-Strategie über Aktienpakete entschieden. Wenn ein Unternehmen nicht mehr investieren kann, wird das schnell bedenklich. Vor allem in der Hightech-Branche können sehr schnell sehr große Investitionen nötig werden. Es ist also wichtig, Budgets zu haben, die schnell freigegeben werden können.

Mit den Aktienpaketen bindet Apple nicht nur seine Mitarbeiter an sich, sondern das Unternehmen verschafft sich auch Spielraum und die Möglichkeit, schnell zu reagieren. Das ist sicherlich ein Faktor, der den Erfolg des Unternehmens aus Kalifornien stabilisieren wird. Gerade im Bereich Smartphones und Computer ist die Konkurrenz sehr groß und diejenige aus Fernost holt sehr schnell auf. Auch wenn sich in der Anwendung dann Fehler in der Software zeigen werden die nur dann verziehen, wenn das Unternehmen zügig Lösungen bietet. Kostenfrei für den Kunden natürlich, denn der hat ja ein funktionsfähiges und einwandfreies Gerät gekauft. Entsprechende Nachbesserungen können dann schnell Kosten in Millionenhöhe erzeugen, die aufgebracht werden müssen. Dazu braucht es auch erfahrene Mitarbeiter, ein möglichst geringer Wechsel an Angestellten ist also wünschenswert.

Apple lädt zur Beständigkeit ein
Es ist bekannt, dass in vielen US-Firmen das Prinzip „hire and fire“ (einstellen und kündigen) vorherrscht. Da Apple mit den Aktienpaketen jedoch den eigenen Erfolg mit den Mitarbeitern teilt, die diesen Erfolg ja schließlich erzeugen, zeigt sich hier ein neuer Trend. Offenbar ist mehr und mehr auch in sehr schnelllebigen Branchen eine gewisse Kontinuität im Mitarbeiterstab gefragt. Die Steuerreform bietet also auch indirekt die Möglichkeit, neue Strukturen in Unternehmen zu schaffen. Apple hat diese Möglichkeit erkannt und nutzt sie. Es bleibt abzuwarten, ob auch andere Unternehmen diese neue Alternative nutzen werden, denn die Auszahlung der einmaligen Bonusse in Form von Aktienpaketen ist ein guter Weg. Auf diese Weise erhalten die Angestellten auch eine weitere Möglichkeit, Altersvorsorge zu betreiben.

Ein Aktienportfolio ist in den USA ein beliebter Weg, Vermögen zu erzeugen oder für das Alter vorzusorgen. Mit einer gewissen Zahl an Aktien des eigenen Unternehmens ist hier ein Einstieg möglich, denn die Apple-Mitarbeiter können anhand dieser Aktienpakete, die für sie risikofrei sind, sich einen Überblick über die Materie schaffen und ein gemischtes Portfolio aufbauen. Die Idee, Mitarbeiter die nicht auf der Führungsebene tätig sind mit Aktien auszustatten ist also auch aus sozialer Sicht eine sehr gute Lösung. Sie eröffnet die Möglichkeit, über Aktiengewinne Geld anzusparen und so auch bei geringerem Einkommen Ersparnisse zu schaffen. Aktiengewinne sind steuerpflichtig, so werden neue Steuereinnahmen mit erzeugt.

Die Idee Trumps wird, sofern sie die Möglichkeit hat sich langfristig auszuwirken, sicherlich einen gewissen Erfolg haben. Besonders wenn viele Firmen sich für den Weg entscheiden, den Apple eingeschlagen hat. Doch ob so viel Zeit bleibt, und ob die anderen Haushaltskalkulationen den Erfolg nicht direkt wieder aufbrauchen, wird die Frage sein. Für die Firma Apple und ihre Mitarbeiter ist es auf jeden Fall eine sehr erfreuliche Entwicklung, die sich in den ersten Monaten nach der Reform abzeichnet. Es spricht für das kalifornische Unternehmen, dass man sich für einen Weg entschieden hat, von dem die Mitarbeiter auch langfristig profitieren.

(pm / pit)

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