Augsburg an einem Samstag erleben

Augsburg an einem Samstag erleben

Schwabens Hauptstadt lässt sich sehen. Die Vorzüge der rund 60 Kilometer von München entfernten Stadt überzeugten schon vor mehr als 2000 Jahren die alten Römer. Sie gründeten Ausgburg im Jahre 15 vor Christus als Legionslager mit dem Augusta Vindelicorum.

Heute ist Augsburg die drittgrößte Stadt Bayerns, mit Sehenswürdigkeiten und Attraktionen vor allem aus dem Mittelalter und der Renaissance.

Wer nur einen Samstag lang Zeit hat, kann die Zeitreise in der 1521 von Jakob Fugger gestifteten Fuggerei beginnen. Das sind Häuser, in denen einst bedürftige Handwerker und Tagelöhner aufgenommen wurden – eine Seltenheit in einer Zeit, in der nur die Ärmsten widerwillig Fürsorge fanden. Die Häuser, die ein Dorf in der Innenstadt bilden, brachten Augsburg den Namen Fuggerstadt ein. Bewohnt werden sie noch heute von bedürftigen Katholiken, die außer mit einer winzigen Mietsumme mit Gebeten bezahlen. Die Besichtigung der 500 Jahre alten Fuggerei umfasst auch eine Schauwohnung, ein Museum und einen Bunker.

Zu den populärsten Sehenswürdigkeiten gehört auch das ab 1615 im Bau befindliche Renaissance-Rathaus. Rund sieben Jahre dauerte die Errichtung. Im Inneren des von Reichsadler und Zirbelnuss aus Kupfer gezierten Gebäude befindet sich der 14 Meter hohe Goldene Saal, der heute als eines der bedeutendsten deutschen Kulturdenkmäler der Spätrenaissance gilt. Der Saal wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, aber ab 1979 wieder aufgebaut, inklusive der mit Blattgold verkleideten Decke.

Neben dem Rathaus steht ein weiteres architektonisches Kunstwerk, der rund 70 Meter hohe Perlachturm. Er wurde im Jahr 989 als deutlich niedrigerer Wachturm errichtet. Als Architekt Elias Holl das Ausgburger Rathaus entwarf, stockte er auch den Turm auf. Der wird zwar zurzeit restauriert, ist aber auch von außen einen Blick wert.

Um das berühmteste Theater der Stadt zu erleben, sollten die Karten rechtzeitig online gebucht werden – die Augsburger Puppenkiste, Heimat von Klassikern wie „Urmel aus dem Eis“ und „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“, ist fast immer ausverkauft. Wer keine Vorstellung besuchen kann, aber dennoch ein Stück deutsche Kulturgeschichte hautnah erleben möchte, kann statt dessen das angeschlossene Puppenkisten-Museum besuchen.

Obwohl Salzburg die Mozartstadt schlechthin ist, hat auch Augsburg einen gewissen Anspruch auf Ruhm. Hier wurde Leopold Mozart, Vater und Musiklehrer von Wolfgang Amadeus, geboren. Im Mozarthaus ist heute eine Ausstellung mit Büchern, Briefen, Noten und Musikinstrumenten der Familie untergebracht.

Als berühmtester Sohn der Stadt gilt der 1898 geborene Dramatiker Bertolt Brecht. In seinem Geburtshaus sind heute Originalschriften, Erstausgaben von Brechts Werken, Bühnenbilder, Lebend- und Totenmaske, aber auch Dokumentarfilme zu sehen.

Natur pur bietet der Botanische Garten. Mehr als 3000 verschiedene Pflanzenarte sind in dem in Abschnitte unterteilten Gelände zu bewundern. Vom Römergarten bis zum Apotheker-, Bauern- und Wassergarten ist Vielfalt angesagt.

Doch auch Augsburgs Umgebung hat so einiges zu bieten. In nur eineinhalb Stunden ist man am Bodensee in Lindau angelangt. Zu den Hauptattraktionen der Stadt mit dem imposanten Leuchtturm zählt das Casino. Vier Stockwerke hoch ist der Rundbau, der durch die Glasfassade einen einmaligen Blick auf den Bodensee erlaubt. Wie es sich in einem stilvollen Casino gehört, ist die Kleiderordnung elegant, aber dabei zwanglos – Krawatte und Abendkleid müssen nicht sein.

Wer sicher sein möchte, keinen Faux Pas zu begehen, oder sich mit den Spielregeln von Poker und Roulette vertraut zu machen, kann im Online-Casino üben. Ein paar Tipps helfen dabei, aus dem Besuch das meiste an Vergnügen herauszuholen. Hohe Einsätze sind riskant und nervenaufreibend. Wer sich stattdessen von vornherein ein Budget setzt und sich an kleine Einsätze hält, kann sich über jeden Gewinn freuen, ohne mit einem einzigen ruinösen Spiel den Abend zu beenden.

Pausen zwischendurch sind gut für die Konzentration, und wenn die Aussicht so fabelhaft ist wie die über den See, ist die Erholung gleich doppelt schön.

Das Wasser gehört auch zurück in Augsburg zu den Attraktionen für Einheimische und Besucher. Die Stadtbäche wurden schon zu Römerzeiten genutzt, um das Lager mit Wasser zu versorgen. Heute erstreckt sich das Netz auf mehr als 45 Kilometer, und auch die Zahl der Brücken, die in der Altstadt über die Gewässer führen, kann sich blicken lassen. Im Sommer baden die Augsburger sogar in den Bächen.

Überhaupt ist die Altstadt auch Abends einen Bummel wert. Bunte Häuser entlang der Lechkanäle, viel Grün und ungezählte Kneipen und Restaurants laden zum Verweilen ein. Die Altstadt mit ihren engen, verwinkelten Gassen hatte im Zweiten Weltkrieg zwar so stark gelitten, dass sie nach Kriegsende komplett wieder aufgebaut werden musste. Dabei wurde allerdings darauf geachtet, den originalen Charakter zu rekonstruieren, und das mit Erfolg.

Auch die kulturelle Landschaft ist beachtlich. Außer dem alljährlichen Brecht-Festival und der Puppenkiste gibt es mehr als ein Dutzend Bühnen und Ensembles, mit einem Spielplan, der vom Kindertheater über Klassiker bis zu experimentellen Stücken reicht.

Auf den ersten Blick im 21. Jahrhundert befinden sich Besucher in der Citygalerie, einem der meistbesuchten Einkaufszentren, oder im Sportstadion.

Die meisten Augsburg-Besucher kommen allerdings gerade wegen des romantischen Flairs und der Gemütlichkeit, die die 2000 Jahre alte Stadt mit ihren 290.000 Einwohnern sich noch heute bewahrt hat. Wen es nach mehr Jubel und Trubel verlangt, der findet bei einem Abstecher ins nahe gelegene München oder ins 160 Kilometer entfernte Stuttgart alles, was das Herz begehrt. Augsburg ist im Verhältnis klein, aber fein und wartet vor allem was historische Juwelen angeht, mit Klasse statt Masse auf. Ein Tag allein ist zwar bei weitem nicht genug, um alles Sehenswerte zu erleben, aber es ist ein guter Anfang.

(PM / Pit)

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Augsburger Puppenkiste

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