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„Upside Down“ – Gitarrenzauber von Dimitri Lavrentiev

Ein ganz besonderes Neujahrskonzert im märchenhaften Parktheater!

Diesen Zauber gab es am vergangenen Freitag (16.1.2026) im passenden exotischen Ambiente des Parktheaters im Kurhaus Göggingen. Und der Magier ist wohlbekannt: Dimitri Lavrentiev gilt als Augsburger Ausnahmegitarrist, er unterrichtet am Leopold Mozart College of Music und ist einer der Organisatoren des traditionsreichen Internationalen Gitarrenfestivals in Augsburg. Zudem reüssiert er als gefragter Musiker in Orchesterbesetzungen, in Bandprojekten wie dem „Alegrías Guitar Trio“ und besonders auch als Solokünstler. Dabei ist Dimitri Lavrentiev nicht nur ein Meister seines Instruments, sondern auch ein Meister des lockeren Erzählens. In Form eines Neujahrkonzerts stellte er nun erstmals sein neues Programm „Upside Down“ vor, einem Potpourri aus originellen Eigenkompositionen, zeitlosen Klassikern und kurzweiligen Geschichten aus seinem Gitarristenleben, dabei mit interessanten Hintergrundinformationen zu den einzelnen Werken.

So konnte man etwa erfahren, dass sein Eröffnungsstück „Color TV“ durch ein Kindheitserlebnis inspiriert wurde, als er einst den heimischen Schwarzweißfernseher mit Wasserfarben bunter machte, zum Erstaunen der besorgten Eltern ... Die musikalische Umsetzung dann hochmodern, indem die fließenden Melodielinien der akustischen Gitarre mit Sampler- und Synthesizereffekten sowie perkussionierter Spielweise zu einem fast orchestralen und gleichsam sphärenhaften Klangbild erwachsen. Ähnlich die Folgestücke wie „Zeitberg“, angeregt durch Wanderfreuden in den Ammergauer Alpen, „My Way Home“, eine Hommage ans Familienleben einst und heute, und „Paper Starship“, ein juveniler Papierflieger allerdings mit Knalleffekt! Dies alles ist wunderbares Easy Listening, doch im Weiteren zeigte Dimitri Lavrentiev – nun an der bloßen Konzertgitarre – seine außergewöhnliche Fingerfertigkeit: Bei der Premiere der dreisätzigen „Istanbul Suite“ und bei „Lemonade“, „Cubana“, „Cocktail Bar (Shake your bamba)“ und „Winter in Malàga“ kommt man ins Staunen, wie reichhaltig und genreübergreifend sechs Saiten zum Schwingen gebracht werden können! Dabei immer wieder mit Percussion-Effekten und auch der sogenannten „Behind-the-bridge picking“-Technik, mit der disharmonische und glockenähnliche Glanzpunkte gesetzt werden. Berührend sodann der Titel „Broken strings“, ein Orchesterstück aus den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, von Dimitri Lavrentiev eigens für die Sologitarre transkribiert und in Andenken an seinen Vater Boris, dem diese melancholische russische Volksweise sehr am Herzen gelegen war. Klar, dass das Publikum den Künstler so nicht gehen lassen wollte. Mit der Interpretation des virtuosen klassischen Gitarrenstücks „El Colibri“ von Julio Salvador Sagreras sowie den Eigenkompositionen „Orange Girl“, „Trip To Mars“, „Helsinki“ und „April“ gab es noch einmal Saitenakrobatik & Easy Listening, und vom begeisterten Publikum „Standing Ovations“!

Unser Fazit: Gitarrenzauber von einem Meister seines Fachs, das Publikum stand Kopf vor Freude, also ganz „Upside Down“! Ein schöner musikalischer Start ins neue Jahr – und wer nicht dabei war, sollte unbedingt eines der Folgekonzerte besuchen, absolut hören- und sehenswert. Weitere Informationen und Konzertdaten zum Augsburger Ausnahmegitarristen Dimitri Lavrentiev unter: www.dimitrilavrentiev.com
Bericht & Fotos: Joe & Kathrin

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