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„Schreiben Sie lieber, dass ich Ihnen unbequem war …“ - Bertolt Brechts Tod in Tageszeitungen der DDR und Augsburg
Anlässlich des 70. Todestags Bertolt Brechts veranstaltet die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg mit der Brecht-Forschungsstätte der Stadt Augsburg eine Foyer-Ausstellung im Interim der Bibliothek, Schillstraße 94, 86169 Augsburg.
12. August bis 28. August 2026 – täglich 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr, Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich
https://www.sustb-augsburg.de/article/brecht-ausstellung-70/
Bertolt Brecht starb vor siebzig Jahren, am 14. August 1956 in Ost-Berlin; unerwartet, im Alter von 58 Jahren. Thomas Mann, lediglich ein gutes Jahr zuvor verstorben, war der große Repräsentant der deutschen Dichtung und allseits verehrt, Brecht hingegen nicht unumstritten. Er war ein „Wanderer zwischen den Welten“, zwischen Epochen und politischen Systemen. Nach dem Exil ließ er sich in Ost-Berlin nieder, im Westen war er als vermeintliches kulturelles Aushängeschild der DDR verpönt. Dort wiederum betrachtete man ihn wegen seiner Tendenz, im totalitären Staat einen Rest an Unabhängigkeit zu bewahren, mit Argusaugen. Wie ging man nun mit seinem Tod um, „hüben wie drüben“?
Der einzigartige Zeitungsbestand der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, der auch die Vielfalt der Presse in der Weimarer Republik dokumentiert, war seit jeher eine der wichtigsten Quellen zur Erforschung von Leben und Werk des jungen Brecht. In Besitz der Bibliothek ist aber auch ein Konvolut von Tageszeitungen aus der DDR, allesamt erschienen unmittelbar nach dem Tod Brechts und noch nie der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie geben Auskunft darüber, wie das Ableben Brechts im ostdeutschen Staat aufgenommen, seine Person und sein Werk gewürdigt wurden. Dem gegenübergestellt ist ein Nachruf aus der Schwäbischen Landeszeitung, der dokumentiert, dass man sich in Augsburg mit dem „großen Sohn“ der Stadt in Zeiten des „Kalten Kriegs“ keineswegs leicht tat. Brecht blieb unbequem – auf beiden Seiten und bis heute.
Bildangabe:
Plakat zur Ausstellung
© Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, Alan Riedel,
Bundesarchiv, Bild 183-W0409-300 / Kolbe, Jörg / CC BY-SA 3.0 DE (changes made)






