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Den Flugzeugen beim Fliegen zuhören...
Was uns heute dann doch etwas beschäftigt, ist eigentlich, warum wir überhaupt noch hier sitzen und versuchen, halbwegs vernünftig unsere Arbeit zu machen. Könnte man doch als Drehbuchschreiber bei der ARD viel leichter sein Geld verdienen. Das Skript für den gestrigen "Polizeiruf" dürfte auf jeden Fall nicht viel mehr als einen Vormittag in Anspruch genommen haben. Man könnte es auch würfeln. Und vermutlich machen die das auch.
Die neue Magdeburger Kommissarin fährt Motorrad, hat eine wilde Vergangenheit und immer eine Tube Sekundenkleber in der Jacke – das muss einem erst mal einfallen. Die weitere Story entstand dann vermutlich in der Kantine: Die Ermittlerin war quasi mit beiden Hauptverdächtigen schon im Bett, mit dem Russen als Liebhaber und mit dem Nazi als Sohn. So entsteht deutsche Fernsehunterhaltung. Noch ein grummliger Chef, ein schmieriger Anwalt und ein paar Skinheads dazu und ab zum Nachtischbüfett.
Ein schöner Satz fiel dann gestern doch noch. "Warum sollte ich denn den Flugzeugen beim Fliegen zuhören?", fragte Kollege und Modellflieger "Paragraphen-Drexler". Gestern Abend wäre sogar dem-Gummibaum-beim Wachsen-zusehen die spannendere Alternative gewesen. (flo)






