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Der Besuch des reichen Onkels...
Olympische Spiele sind wie der Besuch des reichen, aber fiesen Onkels, der zwar eine Platte als Geschenk mitbringt, aber im Gegenzug die Stereoanlage einpackt, wenn er wieder geht. Dass sich die Bürger in vier bayerischen Kommunen so deutlich gegen den Rüpelverwandten entschieden haben und das IOC nun vermehrt zwingen, in die Bahnhofsviertel dieser Welt abzuwandern, wo man unter seinesgleichen ist, ist ein schönes und klares Zeichen gegen dubiose Geschäftspraktiken, Intransparenz und Umweltzerstörung. Dasselbe gilt natürlich für den nicht minder missratenen Kumpel des Onkels, der sich schon freiwillig in die Wüste verbannt hat.
Das wirklich Schockierende an den gestrigen Bürgerentscheiden gegen eine erneute Olympiabewerbung Münchens waren indes die arroganten Reaktionen unserer Polit- und Sportapparatschicks von Neureuther und Höfl-Riesch über Ude und Vesper bis zum designierten Bach-Nachfolger Hörmann. Kein Wunder, haben sie doch den reichen Onkel mühevoll überredet, diesmal wenigstens ein Doppelalbum im Jutebeutel mitzubringen.
Manchmal ist es ein Segen, dass immer weniger Leute einen Plattenspieler besitzen. Danke liebe Garmischer, Traunsteiner, Berchtesgadener und Münchner! (flo)






