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Eisstadion - Im Nebel
Wer hat die Sache mit dem nervigen Schmuckkästchen verbockt? Zusatzkosten, keine freie Sicht im Stadion, ausgetrickste, weil uninformierte, weil zahnlose Stadträte. Geheimnisverräter, geforderte Ehrenworte, lästige Medien. Wirrwarr.
Alles ist so verworren, dass sich darüber nur Baujuristen wie Kurt Gribl und Chaospraktiker wie Peter Grab freuen können. Denn die Opposition schafft es einfach nicht, ihre Kritik griffig darzustellen, sie verzettelt sich auf Nebenkriegsschauplätzen. Hammervorwürfe wie Betrug oder Korruption haben sie nicht auf Lager. Und Unfähigkeitsvorwürfe machen einen Peter Grab schon lange nicht mehr nervös.
Wer hat wann welchen Mist gebaut und wie viel hat der Mist gekostet? Diese Fragen kann oder will kaum jemand verständlich beantworten. Die Fakten gehen im politischen Nebelkampf unter. Aber wer sagt, dass man da nicht eine Taktik erkennen kann? In der Politik ist die Nebelmaschine eine der beliebtesten Waffen. Man kann Grab und Gribl manches vorwerfen, aber von ihrer virtuosen Bedienung verstehen sie was.
Am Ende blickt man schlicht nicht mehr durch. Man schreit durcheinander. Hektische Kommandos. Hier ein Ellbogencheck. Da ein Schlag in die Kniekehle. Ein Puck an den Kopf. Was kommt dabei rum? Wenig.
Der abschließende Prüfbericht? Wird noch lange auf sich warten lassen. Vor der Kommunalwahl wird sich der Nebel sicher nicht mehr lichten. Nach der Kommunalwahl wird es sicher niemanden mehr interessieren. Den Fans dürfte es egal sein, Hauptsache sie haben freie Sicht aufs Spielfeld. (me)






