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Happy Birthday, Büchner!
Wer während der Völkerschlacht zu Leipzig geboren wird, kann wohl kein ruhiges Leben verlangen: Am 17. Oktober 1813 erblickte Georg Büchner das Licht der Welt, zehn Kilometer von Darmstadt entfernt. Keine 24 Jahre später war schon wieder Schluss, Büchner starb 1837 in Zürich an Typhus.
Unzählige Gymnasiasten hat er zunächst mit seinem "Woyzeck" genervt, das Ding war ja nicht mal zu Ende geschrieben. Da musste dann schon Klaus Kinski in der Verfilmung von Werner Herzog ran, um ein gewisses Verständnis zu wecken (an der Seite von Eva Mattes übrigens, die heute mehr schlecht als recht am Bodensee Verbrecher jagt). Spätestens bei Robert Wilsons Version "Blood Money" mit Musik von Tom Waits war Büchner aber gesetzt. Vor ein paar Jahren brachte das Theater Augsburg "Dantons Tod" auf die Bühne und hat zumindest mir einen gesunden Hau (um nicht zu sagen eine kindliche Begeisterung) für die Französische Revolution verpasst. Das Stück läuft zurzeit in den Münchner Kammerspielen, "Leonce und Lena" gab’s in Augsburg in der vergangenen Spielzeit. Der Georg-Büchner-Preis ist die bedeutendste Literaturauszeichnung in der Bundesrepublik. Nicht schlecht für ein 200jähriges Geburtstagskind, dessen gesammelte Werke nicht mal einen halben Regalmeter füllen.
In Leipzig starten derweil die Vorkehrungen für das große Reenactment der Völkerschlacht. Was unweigerlich Erinnerungen weckt an die Monty-Python-Folge, in der die Damen der Townsmen Guild Of Sheffield den Angriff auf Pearl Harbour nachspielen. In diesem Sinne: Schönen Lenz noch! (flo)






