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Mit Cindy auf den Friedhof
Augsburg: Auftrittsverbot für Cindy aus Marzahn! Das hört sich so auf den ersten Blick gar nicht schlecht an. Aber schon die Begründung macht einen stutzig. Weil sie zu lustig ist.
Cindy aus Marzahn ist zu lustig für Augsburg? Ist Augsburg ein so trost- und witzloses Nest, dass man sich lustigen Besuch schon verbittet, aus Angst, man könnte lachen müssen? Nein, nein, alles ganz anders, alles erklärbar. Cindy aus Marzahn, der rosa Riese, ist nur an einem Tag im Jahr (zu) lustig: dem Totensonntag. Das meint zumindest Bürgermeister Hermann Weber. Er gibt zu bedenken: Am Totensonntag sind lustige und/oder vergnügliche Auftritte nicht erlaubt.
Räusper, räusper, lieber Herr Bürgermeister, also, dass man am Totensonntag nicht organisiert lachen und/oder sich vergnügen darf, ist ja gewissermaßen schlüssig. Wer will schon am (Sonn)tag der Toten lachen? Aber was sie sträflich und leichtsinnig übersehen: Über Cindy aus Marzahn kann ohnehin nur der lachen, dessen Vitalfunktionen schon nicht mehr so ganz gut funktionieren. Was wiederum für einen Auftritt am Totensonntag spricht. Es muss ja nicht gleich auf einem Friedhof sein. Alle anderen finden Cindy in etwa so witzig wie Hämorrhoiden und/oder Markus Lanz.
Cindy aus Marzahn wegen zu großer Lustigkeit zu verbieten, das ist so sinnig, wie einen Benimmkurs bei Arno Löb zu belegen. Oder von Peter Grab zu lernen, wie man erfolgreich verhütet. In diesem Sinne - R.I.P. (me)






