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Eintagsfliege

Wir Wir Wir. Du Du Du. Ich Ich Ich.

Oder: Wir? Wie kannst du nur?! Ich bin Ich und du bist du!

Das SZ-Magazin hat sich letztens einem Thema gewidmet, das jeden von uns irgendwie betrifft. Nämlich dem Wir. Aber natürlich nicht dem ganz schnöden, allgemeinen Wir, sondern dem Partner-Wir. Dabei handelt es sich, glaubt man dem Autor, um eine Art grassierender Krankheit, deren Eigenart es ist, immer zwei sich liebende Personen gleichzeitig zu befallen. Eine "ver-wir-te" Angelegenheit. Die schlimme Folge der "Wir-Krankheit" sei das Verschwinden des Ichs. Es löst sich einfach auf, eine Art partnerschaftlicher Amnesie, die das vormalige Ich vergessen macht.

Das ist sehr bedrohlich. Gerade weil wir ja eigentlich alle auf der Suche nach unserem Ich sind und es meistens immer nur kurz zu finden glauben, wenn überhaupt. Dieser Ich-Suche abträglich ist, glaubt man der SZ, jede Form der Beziehung, die zum Wir neigt, ergo alle Beziehungen.

Wieso also gerade Wir?

Ist es wirklich so, dass wir "Wir" sagen, weil wir Angst davor haben, dass uns dieses "Wir" verlorengeht und wir wieder alleine mit unserem lumpigen Ich sind? Ist es eine unverschämte Vereinnahmung des Partners? Wir haben jetzt Hunger! Wir lachen nicht über blöde Witze! Wir sind uns selbst die Nächsten!

Wir? Wie kannst du nur?! Ich bin Ich und du bist du!

Aber was ist denn die Alternative zum wir, wenn man dummerweise gerade in einer Partnerschaft steckt?

Schatz, ich hab mir gedacht, wi... äh, nein, also du und ich könnten doch heute ins Kino gehen und wenn du und ich dann noch hungrig sind, essen du und Ich, oder auch ich und du, danach noch Sushi.

Etwas umständlich, wahrscheinlich scheitern deswegen so viele Ehen. Und wie machen das eigentlich Adlige? Es gibt ja den "Pluralis majestatis". Der König sagt nicht: Ich will Blutwurst essen. Er sagt: Wir belieben, Blutwurst zu verzehren. Aber was macht der König, wenn er plötzlich eine Königin hat? Er entkommt dem Wir nicht, denn selbst sein Ich ist ein Wir!

Liebste, wollen wir, wir meinen selbstverständlich damit nicht uns, sondern Euch und uns, wollen wir also eine Blutwurst zu Euch und zu uns nehmen?

Das sind natürlich Luxusprobleme. Wir Bürgerliche können aber auch mithalten, solange es "uns" gibt.

Herzlich
Marcus Ertle

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