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Kultur

235 Millionen fürs Theater

Wenn eine Stadt das große Schlucken bekommt: Die Sanierungspläne fürs Theater machen sich auf den Weg durch die politischen Gremien...

Man hat schon entspanntere Gesichter bei städtischen Pressekonferenzen gesehen. Am Dienstag diskutierten Kultur- und Bauausschuss gemeinsam die aktuellen Pläne und vor allem natürlich Kostenschätzungen zur Theatersanierung. Vor der Sitzung erläuterten Baureferent Gerd Merkle, sein Kollege aus dem Kulturreferat, Thomas Weitzel, und Theaterintendantin Juliane Votteler die weitere Vorgehensweise.

In dem Prozess, der 2009 mit einer ersten Kostenprognose nach Schließung der Komödie begann, wurde das Große Haus mehrmals untersucht, mit dem Ergebnis, dass "wie so oft im Theater auch hier mehr Schein als Sein ist", so Merkle süffisant. Will heißen: Das 1877 fertiggestellte und 1956 wiedereröffnete Haus am Kennedyplatz ist auf dem besten Weg zur Ruine.

Die aktuellen Planungen sehen eine umfangreiche Sanierung sowie einen behindertengerechten Aus- bzw. Umbau des Großen Hauses vor sowie Abbruch und Neuerrichtung der Werkstätten und Verwaltungsgebäude. Die Brechtbühne, auf der bis 2018 weitergespielt werden könnte, wird demnach ebenfalls abgerissen und soll als "Multifunktionssaal" neu erstehen. Das Investitionsvolumen für das ganze Paket beträgt laut Merkle 235 Millionen Euro (120 fürs Große Haus, 105 für Werkstätten, Verwaltung und "Multifunktionssaal", 10 für die Interimsspielstätte) von denen maximal 30 Prozent vom Freistaat "förderungsfähig" wären, also rund 70,5 Millionen.

"Wir haben uns dann mit der Wirtschaftsreferentin beraten", so Merkle, "die uns zu verstehen gegeben hat, dass der städtische Haushalt zurzeit diese Summe nicht abbildet." Womit der Baureferent für den ersten Lacher während der fast einstündigen Pressekonferenz sorgte. Wie die Kosten gestemmt werden können, müsse nun diskutiert werden, hier sei auch "bürgerschaftliches Engagement" gefragt.

Im Idealfall soll der Umbau bereits Mitte 2016 starten, als Interimsspielstätte ist der Kongress am Park vorgesehen. Merkle geht von einer Sanierungsdauer von vier bis fünf Jahren aus, soweit nicht das Römererbe in der voraussichtlich 18 Meter tiefen Baugrube für allzu große Verzögerung sorgt.

Im Vergleich zu anderen Theatersanierungen in der Bundesrepublik stünde man damit noch ganz gut da, auch Intendantin Votteler wehrte sich gegen das Wort "Kostenexplosion". Ein Neubau käme ebenfalls nicht wesentlich billiger. "Wir haben in der Innenstadt momentan keine Flächen für einen Neubau und das Stadttheater als Einzeldenkmal müsste weiter erhalten werden", so Merkle.

Nun richten sich die Blicke auf die Ausschüsse und den Stadtrat, der Ende März einen Grundsatzbeschluss fassen soll. Mit der Möglichkeit einer Ablehnung der Pläne rechnen die Verantwortlichen indes nicht. "Damit wollen wir uns noch nicht auseinandersetzen", so Merkle mit Blick auf Weitzel und Votteler. Seine Vorgänger wollte der Baureferent dann aber auch nicht ganz aus der Verantwortung nehmen: "Wie bei allen öffentlichen Gebäuden, Schulen etc., hätte man durch regelmäßige Sanierung diese Kosten drücken können." (flo)

Foto (Theater-Treppenhaus): Christian Menkel

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