Audiowalks, Bild- und Klangwelten mit Hygiene-Bestimmungen

19. Augsburger Kunstlabor lab30 - Medienkunstfestival trotzt der Pandemie mit Führungsprogramm und limitierten Ticket-Kontingenten

* Vom 29. Oktober bis 1. November 2020
* Programm ab sofort online, Ticketverkauf beginnt
* Geführte Touren durch die Ausstellung
* Konzerte mit zugewiesenen Sitzplätzen auf Abstand
* Audio Walks am Wochenende Buchvorstellung „Hidden Alliances“ mit Elisabeth Schimana

Mit einer Ausstellung und einem internationalen Konzertprogramm findet das lab30 im Kulturhaus abraxas in diesem Jahr zum 19. Mal statt. Knapp 150 Bewerbungen sind auf die internationale Ausschreibung eingegangen. Daraus haben die Organisatorinnen ein pandemietaugliches Programm konzipiert. Oberste Prämisse dabei war die Präsentation hochkarätiger Künstlerinnen und Künstler bei gleichzeitiger Einhaltung der aktuell geltenden Hygiene-Bestimmungen.

So werden in der Großen Halle des Kulturhauses abraxas sowie auf dem Außengelände 15 aktuelle Exponate aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Slowenien, aber auch aus der Region gezeigt. Die Ausstellung kann nur im Rahmen von Führungen besucht werden. Die Gruppengröße ist dabei den aktuell geltenden gesetzlichen Bestimmungen angepasst. Jede Führung wird kunstpädagogisch begleitet, außerdem nehmen ausgewählte Künstlerinnen und Künstler daran teil.

Alle Live-Programme sind im Rahmen eines Kombitickets zugänglich. Die Anzahl ist jeweils begrenzt, so dass der Mindestabstand zwischen den Besucherinnen und Besuchern im abraxas Theater, in der Kirche St. Thaddäus und auch im Außenraum gewahrt werden kann. Das Programm zum Festival und der Ticketshop sind nun online: www.lab30.de

Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung
Der Neusäßer Benedikt Heinz setzt sich in seiner Arbeit mit der Corona-Warn-App auseinander. Mit Guido Weggenmanns interaktiver Installation können sich die Besucherinnen und Besucher gegenseitig „Rückenwind“ spenden. Die Berlinerin Kerstin Ergenzinger präsentiert ihren raumgreifenden Klangkörper „Pluvial“, der Niederschläge auf den Weltmeeren sinnlich erfahrbar macht. Helmut Smits aus Rotterdam lädt mit seiner Online-Uhr „Screen Time“ dazu ein, einen Screenshot der eigenen Handyoberfläche hochzuladen und so einen Beitrag zu einer gemeinschaftlich gestalteten Uhr zu leisten. Und die Slowenin Neza Jurman verwandelt die Terrasse des Kulturhauses in ein interaktives audiovisuelles Erlebnis. Metallfedern an Bäumen erzeugen gemeinsam mit Bewegungssensoren ein Zusammenspiel von Zufallsreflexionen, ein interaktives Lichtmikroleben.

Das Live-Programm
Den Auftakt zum Live-Programm macht Elisabeth Schimana, die am Donnerstag, 29.10.2020, 18 Uhr in der Stadtbücherei ihr Buch „Hidden Alliances“ vorstellt. Selbst seit Jahrzehnten als Klangkünstlerin aktiv, hat die Wienerin hierfür Leben und Werk von 20 Pionierinnen der elektronischen Musik recherchiert. Der Abend wird zusammen mit dem bayerischen Netzwerk musicBYwomen veranstaltet.

Selbst zu hören sein wird Elisabeth Schimana am Freitag, 30.10.2020 in zwei Konzerten in der St. Thaddäus-Kirche mit ihrem Mehrkanal-Live-Elektronikwerk „Sternenstaub“.
Im Kulturhaus abraxas wird das Bühnenprogramm am Donnerstag von Malte Jehmlich und Korhan Erel mit „Nervous Entanglement“ eröffnet. Mit einem spielerischen audiovisuellen Versuch, mit Tönen, Synthesizern, manipulierten Overheadprojektoren und einem Robotikarm gehen sie der Frage nach dem Verhältnis von Mensch und Maschine nach.
Mensch und Maschine gleichermaßen stehen am Freitagabend im Mittelpunkt der Performance von 120 DEN. Die Kölner Frauenband spielt auf modifizierten Schaufensterpuppen-Beinen. Dabei entstehen subtile, klangliche Streicheleinheiten, ausufernde Klangteppiche, übers Knie gebrochene Death-Metal-Passagen und konzeptuelle Elektronik-Texturen.

Am Samstag, den 31.10. schafft der Grieche Pandelis Diamantides mittels Field Recordings und Videoaufnahmen aus der Natur auf der abraxas-Leinwand faszinierende Bild- und Klangwelten. Felsen, Pflanzen und Tiere verschmelzen zum audiovisuellen Gesamtkunstwerk im Theater. Bereichert wird das Programm am Wochenende auch durch die VR-Produktion „Boléro“ des Staatstheaters in Kooperation mit der Hochschule Augsburg. Unter der Leitung von Michael Kipp und Robert Rose haben Studierende aus dem sechsten Semester des Studiengangs Interaktive Medien die Choreografie von Ballettdirektor Ricardo Fernando in ein faszinierendes Digital-Kunstwerk verwandelt, das am Samstagnachmittag auf VR-Brille im abraxas-Theater zu sehen sein wird.

Audiowalks, Führungen und Lauschtouren
Wer sich lieber ins Gelände begibt, kann bei zwei Audiowalks am Samstagabend die Umgebung des Kulturhauses auditiv erleben: Die Echtzeitanwendung TRACK_48N10E macht die Umgebung mittels eines virtuellen Synthesizers hörbar und verändert die entstehende Klanglandschaft mit jedem Schritt. In der Nachtwanderung „SomBat Walk“ wiederum laden Davide Tidoni und Hannes Hoelzl ein, die Akustik der Stadt mithilfe eines Impulsgenerators, dem SomBat zu erforschen. Der tragbare Klangprojektor ermöglicht es Menschen, das exzellente raumbildende Gehör von Fledermäusen zu erleben. Kinder kommen an den Nachmittagen mit altersgerechten Führungen und Lauschtouren von MEHR MUSIK! auf ihre Kosten.

Foto: Leo Neumann

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