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Der Schaum ist geschlagen...
Seit 2007 bestreiten sie jeden Sonntag in der Schwabinger Kultlocation Vereinsheim die "Lesebühne Schaumschläger". Jetzt wagen Michael Sailer, Christoph Theußl und Moses Wolf (v.l.) den Sprung nach Augsburg und laden einmal im Monat in die Kresslesmühle – am gestrigen Mittwoch zum ersten Mal.
Der von Ex-Mühlechefin Gabriele Spiller als Ersatz für den verlorenen Poetry Slam "Lauschangriff" verpflichtete Abend ist natürlich genau das nicht und will es auch gar nicht sein. Hier lesen und singen zwei Landeshauptstädter und ein eingebürgerter Österreicher gutgelaunt ihre Kurzgeschichten und Songs und bitten pro Abend einen Augsburger mit auf die Bühne. Bei der Premiere war das der Grundschullehramtsanwärter Moritz Gruber, der sich in seinen zwei Geschichten aus dem wahren Pädagogenleben wacker geschlagen hat, aber von den Gastgebern sonst nicht weiter beachtet wurde.
Dass die drei Münchner auch in der Kresslesmühle schnell in ihrem Element sind, verwundert nach jahrelangen gemeinsamen Auftritten nicht. Lustig war's auch. In Schwabing scheint die Welt noch in Ordnung zu sein, hier granteln die Busfahrer, hier hängt man bei Renato ab und wird von ostdeutschen Bademeistern instruiert. Als ob Helmut Dietl und Franz Xaver Bogner noch immer im Straßencafé sitzen und sich über Konstantin Wecker lustig machen würden. Schön war die Zeit.
Ob der geschlagene Schaum monatlich trägt, wird sich zeigen. Dem sympathischen Trio wär's zu wünschen, dann fremdeln sie vielleicht auch bald nicht mehr so mit ihren Gästen. Den rund 40 Zuhörern in der Mühle hat's auf jeden Fall Spaß gemacht, obwohl die zehn Euro Eintritt eigentlich zuviel sind, in München kostet die Show mit bis zu vier Gastautoren sieben Euro, genauso viel wie übrigens der in die Brechtbühne abgewanderte Poetry Slam. (flo)
Nächster Termin: 12. Februar, Bewerbungen an: lesebuehne@kresslesmuehle.de






