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Ein ehrlicher Bericht über die Ehrlich Brothers

Unsere Leserin Kim Burkhard hat sich mit einem kleinen Bericht für die gewonnenen Karten zur Show der Zauberbrüder bedankt...

Unsere Leserin Kim Burkhard hat sich mit einem kleinen Bericht für die gewonnenen Karten zur Show der beiden Zauberbrüder am Dienstag im Kongress am Park bedankt:


Ein ehrlicher Bericht über die Ehrlich Brothers

Auch wenn meine Beweggründe für einen Besuch der Ehrlich Brothers eher spöttischer Natur waren, war ich gleichwohl fasziniert davon, wie ein Bruderpaar, das sich so penetrant durch die Augsburger Innenstadt plakatiert, seinen Unterhalt tatsächlich durch Zauberei bestreiten kann.

"Über 200.000 Show-Besucher" von "6-99" Jahren lassen sich – laut Flyer – jährlich von den "zwei locker-sympathischen Zauberbrüder(n)" begeistern. Wenn man bedenkt, dass eine Eintrittskarte durchschnittlich 50 Euro kostet, sind das rund zehn Millionen Euro Jahresgehalt. Wow. Scheint ein lukratives Geschäft zu sein, dieses Zaubern. Ganz nebenbei kann man 5-Euro-Scheine in 50er verwandeln, stählerne Zugschienen zu Herzen formen und gigantische Sektflaschen aus dem Nichts hervorzaubern – wie praktisch!

Alles, was man dazu braucht, ist ein offenes und begeisterungsfähiges Publikum, das nicht nur empfänglich für faszinierende Tricks ist, sondern auch den beiden Zauberern Sympathie schenkt. Tatsächlich tut man sich selbst als Kritiker schwer, die beiden nicht zu mögen – auch wenn man sich an vielen Stellen fremdschämt, als stehe Stromberg persönlich auf der Bühne. Inszenierte "Zufälle", wie ein vermeintlicher Stromausfall, und einstudierte Choreografien sind jedenfalls Dinge, die man von herkömmlichen Zaubershows vielleicht nicht erwartet hätte – so konnte man zwischen dem vielen Gelächter auch den einen oder anderen "Ist das euer Ernst?"-Seufzer vernehmen.

Schließlich war es dennoch eine gelungene Show, die musikalisch wie auch schauspielerisch viel auf Rammstein setzte; nur dass sie etwas familienverträglicher war. Etwas. Denn auch in der Magie scheinen Sexwitze nicht fehlen zu dürfen, wobei die animalische Seite dabei irgendwie verstörend wirkte. So will man weder als Sechsjähriger noch als 25-Jährige mit einem 50 Zentimeter langen Plastikhandschuh auf Pferdeärzte hingewiesen werden oder zusehen müssen, wie eine arme Zuschauerin den Trieben eines lustvollen Bauchrednerkamels ausgesetzt ist.

Weiß man sich jedoch auf den mittleren Plätzen, fernab jeglicher Mitmachchance, in Sicherheit und kann sich dem Auftritt kritisch, aber wohlwollend hingeben, ist der Besuch der Ehrlich Brothers durchaus lohnenswert und bietet mit Sicherheit ausreichend Gesprächsstoff für die nächsten Tage. (Kim Burkhard)


Kim Burkhard betreibt mit zwei Kolleginnen den Textautomat und bietet "Lektoratstätigkeiten für alle Arten von Texten". Die Brüder kommen wieder nach Augsburg, am 27.02.2015 in die Schwabenhalle. Mal schauen, was Frau Burkhard an dem Tag macht...
(flo)

Foto: Ehrlich Brothers

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