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Kultur

Hypnotischer Nu Jazz im Botanischen Garten

Nils Petter Molvær Group beim Internationalen Augsburger Jazzsommer 2025

Am Mittwochabend verwandelte die Nils Petter Molvær Group den Botanischen Garten Augsburg in eine Bühne für nordische Klangwelten. Beim 33. Internationalen Augsburger Jazzsommer bot das Trio – Nils Petter Molvær (Trompete, Elektronik), Jo Berger Myhre (Bass) und Erland Dahlen (Schlagzeug) – ein Konzert, das das Publikum mit anhaltenden Ovationen feierte.

Melancholischen Trompetenklänge, elektronische Texturen, Rhythmen
Die "für die Jahreszeit zu kühle" Open-Air-Kulisse des Gartens harmonierte perfekt mit Molværs Nu Jazz, einer Verschmelzung von melancholischen Trompetenklängen, elektronischen Texturen und dynamischen Rhythmen. Seine Musik evozierte eine frostige, skandinavische Ästhetik. Molværs Trompete, mal zart, mal schneidend, führte durch meditative Passagen und eruptive, fast heavyrockartige Momente, die an Motorpsycho mit der Hornsektion von Jaga Jazzist oder die sphärischen Klänge von Sigur Rós erinnerten. Jo Berger Myhre spielte seinen Bass mitunter mit gitarristischer Anschlagtechnik und nutzte einen Kontrabassbogen, um dichte, dezent trashige Klangflächen zu erzeugen.

Steigernde Intensität und rhythmische Komplexität
Erland Dahlen, anfangs zurückhaltend und optisch wie stilistisch an den großen Ginger Baker erinnernd, überraschte mit einem furiosen Drumsolo: eine wahre Tour de Force, deren sich steigernde Intensität und rhythmische Komplexität an die wogenden Crescendi in Edvard Griegs "In der Halle des Bergkönigs" denken lies – Klänge, die kaum für möglich gehalten wurden.
Wenn auch vielleicht ein Keyboarder die elektronischen Elemente, die teils wie aus dem Nichts wirkten, variabler hätte gestalten können, so überzeugte das Trio doch auch so mit hypnotischer Intensität.

Das Publikum war begeistert von der fließenden Mischung aus introspektiven Momenten und rhythmusgetriebenen Ausbrüchen, die Breakbeats und House-Elemente streiften. Der Abend zeigte die zeitlose Kraft des Nu Jazz: experimentell, doch zugänglich.

Als die Zuhörer den Garten verließen, flogen Gänse und Enten über das Areal, auf der Suche nach einem Schlafplatz – ein geradezu poetischer Abschluss einer magischen Sommernacht. (tk)

Text/Fotos: Thomas Krones/Herbert Heim

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