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Kultur

Künstliche Intelligenz im Kulturbetrieb

Im Rahmen der Gesprächsreihe des Jakob-Fugger-Zentrums diskutieren Expertinnen und Experten Chancen, Herausforderungen und Perspektiven von KI in Kunst und Kultur.

Das Jakob-Fugger-Zentrum (JFZ) stärkt als zentrales Forschungsinstitut die Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften an der Universität Augsburg. Es widmet sich zentralen Fragen zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft einer global vernetzten Gesellschaft, stößt innovative Forschung an, fördert den internationalen Austausch und macht die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich, dabei insbesondere auch der Augsburger Stadtgesellschaft. Ganz in diesem Sinne wurde eine öffentlich zugängliche Gesprächsreihe zum hochaktuellen und wichtigen Thema „Künstliche Intelligenz (KI)“ eingerichtet. Denn ob in Politik, Arbeitswelt oder Bildung – KI-Anwendungen verändern unsere Lebensrealität rasant und grundlegend. Was früher als Zukunftsvision galt, ist heute Alltag. Dabei reicht die Wirkung weit über das Technische hinaus, denn auch gesellschaftliche, ethische und kulturelle Fragen treten in den Vordergrund.

Speziell darauf wurde am vergangenen Mittwoch (18.1.2026) an der Universität Augsburg im Podiumsgespräch „Künstliche Intelligenz und Kreativität – Transformationen im Kunst- und Kulturbetrieb“ eingegangen. Nach einer thematischen Einführung von Prof. Dr. Stephanie Waldow, Sprecherin des JFZ-Direktoriums, übernahm der Fernsehjournalist Prof. Jochen Kölsch die Moderation der Gesprächsrunde, bestehend aus vier Expertinnen und Experten im universitären und außeruniversitären Kulturbetrieb, nämlich Mariya Dzhimova (Digitalisierungskolleg „Artificial Intelligence in Culture and Arts“, München), Prof. Dr. Stephanie Catani (Neuere deutsche Literaturgeschichte, Uni Würzburg), Prof. Dr. Julian Schröter (Digital Literary Studies, LMU München) und Dr. Karl Borromäus Murr (Philosoph und Direktor des Staatlichen Textil- und Industriemuseums Augsburg). Dabei ging es um die zentralen Fragen: Wie verändert KI unser Denken, Lernen und Arbeiten? Welche Rolle spielen Kreativität, Eigenständigkeit und ethische Orientierung in einer zunehmend automatisierten Welt? Wie lassen sich gesellschaftliche Werte wie Menschenwürde, Meinungsfreiheit oder soziale Gerechtigkeit auch künftig sichern? Dazu wurden von den Podiumsteilnehmern interessante Standpunkte und Hintergrundinformationen dargeboten und in der abschließenden Publikumsdiskussion nochmals breiter reflektiert.

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Die Künstliche Intelligenz verändert auch den Kulturbetrieb grundlegend. Dabei ähnlich „disruptiv“, d.h. abrupt und zunächst störend, wie einst die Erfindung des Buchdrucks. Aber erheblich schneller, wenn man bedenkt, wie rasant sich KI seit Freigabe des Sprachmodells „ChatGPT“ Ende 2023 zum Massenphänomen entwickelte und was sie mittlerweile alles leisten kann und künftig leisten wird. Laut Prof. Jochen Kölsch befinden wir uns mit der KI gegenwärtig noch in einem „Praktikantenstadium“. Im Podium gab es zu dieser Entwicklung ein ambivalentes Meinungsbild: Manche sehen Chancen in einer neuen „sozialen und soziotechnischen Kreativität“, d.h. mit Zugriff auf das gemeinschaftliche weltweite Know-how und im Sinne eines Werkzeugs. Dabei sei der Kreativitätsbegriff weit interpretierbar, so auch in Hinsicht „generative KI“. Andere sprechen vom „größten Raubzug in der Menschheitsgeschichte“ in Hinblick auf verletzte Urheberrechte, entwertete Arbeitsplätze u.v.a. Doch bremsen wird diese Entwicklung wohl nichts, zu mächtig sind die dahinterstehenden Tech-Konzerne. Andererseits: Ist die Nachfrageseite nicht oft sehr bequem und zudem radikal preisbewusst? Es bleibt bei KI also auch gesellschaftlich, ethisch und kulturell weiterhin sehr spannend!

Detaillierte Informationen zum Jakob-Fugger-Zentrum unter: Uni-Augsburg

Bild: Der Veranstaltungstitel „Künstliche Intelligenz und Kreativität – Transformationen im Kunst- und Kulturbetrieb“ als KI-generiertes Bild von midjourney © Jakob-Fugger-Zentrum
Bericht: Dr. Jochen Cantner

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