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Die Augsburger Wasserkiste ist seit der Bewerbung ums UNESCO-Welterbe nicht mehr wegzudenken aus städtischen Unternehmungen. Da ergibt es natürlich Sinn, dass auch die diesjährige Kunstnacht unter dem Motto steht. "Die lange Nacht des Wassers" wird am 15. Juni wieder über 150 Programmpunkte an fast 50 Orten präsentieren - mit rund 300 Mitwirkenden.
Ein besonderes Kompliment muss man dabei dem Kulturamt als Veranstalter und natürlich den Künstlern machen für die vielen wasseraffinen Wortspiele im Programmheft, von "Liquid Shakespeare" bis zum "Meer von Küssen und Flüssen" oder dem "Mare Stellarum" und "Mit Wasser Brücken bauen" reicht das Spektrum.
Auch Projektleiterin Elke Seidel sparte nicht an Aquatischem bei der Pressekonferenz am Dienstag – bezeichnenderweise im Viermetzhof des Maximilianmuseums, umgeben von Brunnenfiguren. Laut Kulturreferent Peter Grab ist die mittlerweile 13. Kunstnacht wieder ein "Gemeinschaftserlebnis der Stadtgesellschaft" und gleichzeitig eine Art Leistungsschau der hiesigen Kreativszene vom Theater Augsburg bis zu vielen Freischaffenden. Neu im Boot (kicher!) ist das Dominikus-Ringeisen-Werk, eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung.
Die diesjährige Kunstkarte Augsburgs spannt ihr Netz naturgemäß entlang unserer "Wasserstraßen", neben den so beliebten Wassertürmen und den städtischen Wasserwerken gibt es auch Führungen durch etwas unbekanntere kleine Wasserwerke, die noch in privater Hand sind. Gespielt wird außerdem an der Kahnfahrt, am Stadtgraben und auf einem Aquädukt beim Roten Tor. Doch auch die Innenstadt bekommt ihr Wasser weg: Vom Eröffnungskonzert im Rathaus bis zum Open-Air-Theater im Fronhof und einer Ausstellung im Stadtbad. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Altstadtkanälen, hier startet eine vierzehntägige Installationsreihe mit 15 Teilnehmern.
Weitere Spielorte sind viele von Augsburgs Galerien, Museen und Kirchen, das Kino Liliom, Planetarium, Zeughaus, Cafe zu den Barfüßern, Space2Be, Annahof, die Fuggerei und der Rokokosaal der Regierung von Schwaben. Als Mittel der Stadterkundung empfiehlt Elke Seidel übrigens ausdrücklich das Fahrrad, im Programm sind teilweise auch die Radlzeiten angegeben. Nichtsdestoweniger wird es wieder Shuttlebusse geben zum tim, Glaspalast und Hochablass sowie eine Stadtrundfahrt zu den Wasserkraftwerken Proviantbach, Riedinger Park und Wertachkanal mit Führungen vor Ort.
Die Wasserfolter der Wahl kann also losgehen, die ein oder andere Veranstaltung, v.a. in historischen Gebäuden, wird wieder schnell voll sein, aber in der Nachbarschaft gibt es für gewöhnlich auch immer was zu sehen. Entspannt rausgefeiert wird im Hempels, beim Jazz im Thalia mit Harry Alts vierköpfigem Trio und erstmalig auch im Fuggerkeller. Und spätestens jetzt sollte man vom Wasser auf alkoholische Getränke umsteigen, um auf dem Heimweg über die Maxstraße die eigens für diesen Abend feierlich erleuchteten Brunnen so richtig genießen zu können. In diesem Sinne: Kunst marsch!
Tickets für 12/10 Euro (AK: 14 Euro) ab sofort in den Augsburger Museen, der Bürgerinfo am Rathausplatz, beim AZ-Kartenservice und im Theater Augsburg. Alle Details, das komplette Programm und der unverzichtbare Festivalplaner: langekunstnacht.de.
Foto: Elke Seidel und Peter Grab






