Magazin
Nicht ohne meinen Rat
Von Geld war erfreulich wenig die Rede bei der Gründung des "Kulturrats" am Donnerstag. Druck kam eher von einem gelben Papier, dass die Sitzung des Kulturausschusses am kommenden Montag ankündigt. Dort will der Kulturreferent seine Idee eines "Kulturbeirats" vorstellen. Ein großer Teil der "Szene" ist ihm in diesem absurden Hase-und-Igel-Spiel zuvorgekommen.
Punkt 19.40 Uhr, also gut eineinhalb Stunden nach Eröffnung der Sitzung, war der Kulturrat gegründet, per Handzeichen und von rund 50 Teilnehmern aus allen Kunstsparten. Ort des Geschehens war passenderweise der Kulturpark West, in den die Organisatoren des Treffens, Peter Bommas und Jürgen Kannler, eingeladen hatten.
Hintergrund der Initiative ist die Kündigung des Popkulturbeauftragten Richard Goerlich im März. Auf einer Podiumsdiskussion im Mai entstand relativ spontan die Idee, einen Kulturbeirat zu gründen, nicht zuletzt, um zu verhindern, dass die Stelle neu besetzt wird und die Mittel direkt Projekten zukommen zu lassen. Mittlerweile hat sich die Politik der Idee angenommen - und so fiel das "Bei" des Beirats ganz schnell weg, denn wie auf der Sitzung teilweise eindrücklich geschildert wurde, will man kein "Anhängsel der Politik" sein, "das sich zweimal im Jahr trifft und nur gehört wird, wenn man Glück hat", so Peter Bommas. Konsequenterweise tauchte dann auch der Vorschlag auf, die Zusätze "frei" oder "unabhängig" in den Namen aufzunehmen.
Sinn und Zweck des "Kulturrats" ist laut der etwas überstürzt formulierten Agenda: "Der Rat soll sich bei allen für seine Mitglieder relevanten kulturellen Belange in der Stadt zu Wort melden und ein Informationsnetzwerk aufbauen an dem jeder partizipieren kann, Lobbyarbeit für kulturell Aktive und Kulturinteressierte leisten und ihre Stimmen verstärken. Er soll sich einmischen und mitgestalten sowie transparent und demokratisch arbeiten." Mitmachen kann jeder, der seinen Lebensmittelpunkt in Augsburg hat, sich aktiv einbringt und Name und Adresse registrieren lässt.
Zu den provisorischen Sprechern wurden Fritz Effenberger, Peter Bommas, Leonie Pichler, Juliane Stiegele und Georg Heber gewählt, eine Pressekonferenz soll nächste Woche folgen - und man darf sich sicher sein, dass im Kulturausschuss am Montag der ein oder andere Stachelträger im Zuschauerraum sitzt.






