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Kultur

Ein Perfekter Auftakt zum Water & Sound Festival

“From the Pacific Ocean coastline of California to the Ganges River in India - Mama Ganga” ...

Mit dieser Botschaft, barfuß und leise, betritt die kalifornische Artistin Sheherazaad – deren Wurzeln in Indien liegen – die Bühne und nimmt uns mit auf eine musikalische Reise ihrer Vorfahren. Mit warmem Hindi- und Urdu-Gesang und einer genreübergreifenden Sammlung wehmütiger und subtil beunruhigender Lieder, begleitet von virtuosen und gezupften Violinenklänge, im Wechsel mit E-Gitarren und warmen und tiefen Bassläufen, vereinnahmt sie uns komplett. Von Song zu Song steigern sich die Intensität und der musikalische Schlagabtausch und das Publikum feiert sie und Ihre Band begeistert. Einen glanzvolleren Auftakt zum Water & Sound Festival 2025 kann es nicht geben. Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass die nachfolgende Band da mithalten kann.

Nach einer kurzen Pause geht die Reise weiter, nach Polen, mit ganz anderen, aber ebenso eindrucksvollen Klängen, mit den beiden Multiinstrumentalistin Karolina Cicha und Percussionistin Patrycja Betley, begleitet von dem Water & Sound Ensemble sowie der Kanun-Spielerin Didem Başar. Mit typisch osteuropäischer Melancholie, voller Emotionen und Energie, mit Trance-Rhythmen und Poesie, können sie an dem Abend tatsächlich noch eins draufsetzen. Gemeinsam mit dem Augsburger Water&Sound Ensemble unter der Leitung von Tom Jahn, entsteht ein perfektes musikalisches Zusammenspiel, das nicht nur das Publikum begeistert – auch Karolina Cicha betonte mehrfach ihre Freude über die gelungene Zusammenarbeit.

Schließlich, mittlerweile kurz vor Mitternacht, endet dieser fulminante Abend im Parktheater mit lang anhaltendem, stehenden Applaus.

Über allem schwebte der Auftakt von Dilip Da Cunha, der den thematischen Spagat des Abends eröffnete. In seiner kulturellen und hydrologischen Studie “The Invention of Rivers”, stellt er die Existenz von Flüssen als naturgegebene Selbstverständlichkeit in Frage. Er beschreibt sie vielmehr als kulturelles Konstrukt – eines, das moderne Geografie, Wassermanagement sowie die Trennung zwischen Land und Wasser maßgeblich prägt und gab uns einen augenzwinkernden Anstoß, auch den Lech und die Wertach mit neuen Augen zu sehen.

Perfekt inszeniert und ein Abend der in Erinnerung bleibt. Ein Dank an den künstlerischen Leiter Girisha Fernando für die inspirierende Musikauswahl sowie dem gesamten Team des Kulturamts für die großartige Umsetzung.

Weiter Termine und Infos zum Water and Sound Festival: waterandsound.de/

Fotos: Fabian Schreyer/Text: Daniel Anzaldua

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