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Ring, ma belle!
Soll keiner sagen, die Uni Augsburg würde sich nicht um aktuelle Trends scheren. Um den ganzen Hype um Frodo und die Sache mit dem Ring mal auf ein paar ordentliche Füße zu stellen, startet am kommenden Montag eine - "Tusch!" - interdisziplinäre Ringvorlesung zum Autor der Fantasyklassiker "Herr der Ringe" und "Der Hobbit", John Ronald Reuel Tolkien (1882-1973), der ja nicht nur Orks und Ents erfunden hat, sondern buchstäblich eine Welt erschaffen mit eigener Sprache, Schrift und ausgefuchster Topographie. Schließlich war der gute Mann Professor, Sprachwissenschaftler und Mittelalterforscher an der Oxford University - und soll übrigens gerne erzählt haben, sein Nachname ginge auf das deutsche Wort "tollkühn" zurück. Und ganz abgesehen davon: Noch nie hat die Bezeichnung "Ringvorlesung" so gut gepasst wie hier...
Die Anglistin und Sprachwissenschaftlerin an der Uni Augsburg, Monika Kirchner-Ludwig, hat eine von Studenten entwickelte Idee aufgegriffen und so finden bis Januar kommenden Jahres insgesamt zwölf Vorträge zu Tolkiens Leben und Werk statt. In der Regel sollen die öffentlichen und kostenlosen Veranstaltungen aus einem sechzigminütigen Vortrag und einer anschließenden halbstündigen Frage- und Diskussionsrunde bestehen.
Die Termine:
20. Oktober: "J.R.R. Tolkien: Sprachenschöpfer, Geschichtenerzähler, Weltenerfinder" - Stephan Köser und Monika Kirner-Ludwig (Englische Sprachwissenschaft, Augsburg)
27. Oktober: "Geozonen-Detektive – den Landschaften Mittelerdes auf der Spur. Oder: Das Potential von Fantasy und Film für den Geographieunterricht" - Sebastian Streitberger (Geographiedidaktik, Augsburg)
03. November: "Exploring the Linguistic Past through the Work(s) of J.R.R. Tolkien" - Oliver M. Traxel (Englische Sprachwissenschaft, Würzburg)
10. November: "Storyworld Mittelerde" - Michael Sauter (Amerikanistik/Ethik der Textkulturen, Augsburg)
17. November: "One Ring to bring them all and in the darkness bind them: Transkriptionsprozesse zwischen Film und Trailer bei 'Herr der Ringe'" - Heike Krebs (Englische Sprachwissenschaft, Augsburg)
24. November: "The Green Man: Vegetation Myths, Masculinity and Ambiguous Spaces in the Works of J.R.R. Tolkien" - Christine Vogt-William (Englische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft, Münster/Berlin)
01. Dezember: "...ein von Grund auf religiöses und katholisches Werk" - Georg Langenhorst und Christina Renczes (Katholische Theologie, Augsburg)
08. Dezember: "Sindarin, Quenya, Irindya, Khuzdul, Orquin & Co. - Typologie der Sprachen und Schriftsysteme von Mittelerde" - Elisabeth Fritz & Johannes Sift (Englische Sprachwissenschaft, Augsburg)
15. Dezember: "Tolkiens Briefe vom Weihnachtsmann (Letters from Father Christmas)" - Katja Schneider & Julian Werlitz (Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Augsburg)
12. Januar: "Tolkiens Welten - Einblicke in die Kartierung des Gedachten" - Sabine Timpf (Geoinformatik, Augsburg)
19. Januar: "Zauberer: Tolkien, Gandalf, Harry Potter und das Mittelalter" - Freimut Löser (Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters, Augsburg)
26. Januar: "Tolkien and the Empire" - Annika McPherson (British and Anglophone Literary and Cultural Studies, Oldenburg)
Die Vorträge finden jeweils montags ab 17.30 Uhr im HS II des Großes Hörsaalzentrums (Gebäude C, Universitätsstraße 10) statt. Der Eintritt ist frei. (PM/flo)






