Magazin
Werkzeugkasten der Utopie
Im Rahmen des Friedensfestes war sie eher unauffällig: die "Utopia Toolbox" der Augsburger Künstlerin Juliane Stiegele auf dem Rathausplatz. Jetzt kommt das dicke Ende. Die Aktion war quasi der Schlusspunkt für beeindruckendes Werk, das Postboten verzweifeln und Buchfans verzückt jubeln lässt.
Die "Utopia Toolbox" in Buchform ist mit 456 Seiten und gefühlten fünf Kilo schon rein optisch und haptisch ein gewaltiges Pfund. Kein Wunder, soll es doch ein Werkzeugkasten sein: "Es ist ein Handbuch für den wirksamen Einsatz im Alltag. Ein Werkzeug der Ermutigung", so die Herausgeberin Juliane Stiegele. "Das Buch arbeitet mit einem extrem weiten Begriff von Kreativität, der keinen Lebensbereich ausschließt. Es zielt mit seinem ganzen Inhalt auf die Kreativität des Menschen als eine seiner wertvollsten und wichtigsten Ressourcen – die einzige, die die globalen Krisen vieler anderer Ressourcen überhaupt zu lösen vermag."
Beiträge von Dante oder JFK, Beuys und Buckminster Fuller, Keynes oder Rilke stehen Interviews und Gesprächen mit zeitgenössischen Akteuren gegenüber, vom Aktionskünstler zum Journalisten und Augsburger Studenten. Kurz gesagt: Man kann damit einige Tage verbringen, vielleicht ein ganzes Leben. Denn natürlich gilt: "Gebrauchen muss man die Werkzeuge allerdings selbst."
Das wirklich beeindruckende Werk und die Arbeit des "Utopia Toolbox Kollektivs" werden heute (Fr., 18.10., 20 Uhr) im früheren Straßenbahndepot am Senkelbach, jetzt ZIB - Zentrum für interkulturelle Beratung, vorgestellt. Mit Utopien von Georg Zoche, Judith Bohle, Phyllis Whitney u.a., wie es in der Ankündigung heißt, Musik von Christian Z. Müller, Videoeinspielungen und "vielleicht einer Flugaktion". Info und Bestellungmöglichkeit hier. (flo)
Fotos unten: Projekt "Private Space - Public Space" (Asta Nykänen, Aalto University, Helsinki, Department of Art, 2009); Do-It-Yourself-Aktion & Skyline Video (Juliane Stiegele)






