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lab.30: Von KI-Klonen und Robotermeerschweinchen
▪ Internationale Medienkunstausstellung im Kulturhaus abraxas vom 29. Oktober bis 1. November 2026
▪ Experimentelle Konzerte und Performances im Kulturhaus abraxas und in der Kirche St. Thaddäus
▪ Erstmals Medienkunstwiese mit Programm für Groß und Klein
▪ Führungen, artist talks und Workshops (ab 6 Jahren)
▪ Verleihung von lab award, kids‘ choice award, U19 award und Publikumspreis
▪ Über 30 internationale Künstlerinnen und Künstler
▪ Infos und Tickets unter lab30.de
Wer oder was werden wir? Wohin entwickeln wir uns? Und wer entscheidet darüber? Unter dem Motto „Becoming“ lädt das lab.30 vom 29. Oktober bis 1. November 2026 dazu ein, über Veränderung, Möglichkeiten und die
Zukunft nachzudenken. Zwischen künstlicher Intelligenz, menschlicher Kreativität und neuen Formen des Zusammenlebens eröffnet das Augsburger Medienkunstfestival Räume, in denen Fragen nicht nur gestellt, sondern sinnlich und gemeinsam erlebt werden können. Mit einer internationalen Medienkunstausstellung im Kulturhaus abraxas sowie einem Konzert-, Performance- und Workshop-Programm bietet die 25. Festivalausgabe vier Tage lang Kunst zum Anfassen, Ausprobieren und Mitmachen für Groß und Klein. Weitere Infos und Tickets auf lab30.de.
Ausstellung
Beim lab.30 verwandelt sich das Kulturhaus abraxas erneut in ein begehbares Labor für zeitgenössische Medienkunst. Internationale Künstlerinnen und Künstler zeigen interaktive, audiovisuelle und partizipative Arbeiten, auf großen Beamer-Projektionen, Bildschirmen, gläsernen „Zirpmaschinen“ und verschiedenen Kommunikationsapparaten stehen die Themen Wahrnehmung, Identität, Kommunikation und unser Verhältnis zu digitalen Systemen im Fokus. Die Ausstellung macht digitale Prozesse sinnlich erfahrbar, hinterfragt technologische Versprechen und eröffnet Räume für Spekulation. Auf oft spielerische Weise wird das Motto „Becoming“ dabei nicht als fertige Zukunftsvision verstanden, sondern als offener, widersprüchlicher Prozess, an dem wir alle beteiligt sind.
Von KI-Klonen bis zu Robotermeerschweinchen
Arbeiten wie „Komprimat“ von Linus Fritz und „The Better You“ von Wilhelm Tischbein lassen Besucherinnen und Besucher von KI bewerten und am Ende sogar komprimieren und stellen so die Frage, wie KI unser Bild von uns selbst verändert. Die Grenzen zwischen Mensch und Maschine werden im diesjährigen Ausstellungsprogramm immer wieder neu verhandelt: „Digital Echoes“ von Christopher Thomas ermöglicht ein Gespräch mit einer KI-Kopie der vorherigen Nutzenden. Aus den Telefonaten mit KI-Klonen entsteht eine fortlaufende Kette von Mensch-Maschine-Begegnungen, in der sich die Frage nach Identität und digitalem Nachleben stellt. Bei „La Metà“ von Daniel Meeh können sich Besuchende ein Getränkeetikett drucken lassen, das Anlass für weitere Gespräche sein soll: Besuchende geben eine persönliche Frage ein und erhalten von einer KI eine überraschende Gegenperspektive. Frage, Aussage und ein Symbol werden auf ein kleines Etikett gedruckt. Das Verhältnis von Mensch, Umwelt und Technologie wird in weiteren Arbeiten aus unterschiedlichen Perspektiven erfahrbar. Bea Targosz übersetzt weltweite Daten zu Luftschadstoffen in Klang und Daniel Vadasz simuliert eine künstliche Insektengruppe, deren elektronisch erzeugte Klänge sich durch gegenseitiges Zuhören und Anpassen verändern. Mit „Kafka/Ich“ präsentiert das Staatstheater Augsburg ein digitales Kunstprojekt, in dem die Besuchenden mit einer digitalen Kopie von Franz Kafka ins Gespräch kommen können.
Konzerte und Performances: Klang zwischen Körper, Maschine und Zukunft
Das Ausstellungsprogramm wird begleitet von Performances und Konzerten, die mit verschiedenen Medien spielen, mit eindrücklichen Projektionen begeistern, ungewöhnliche Klänge präsentieren und neue Erfahrungsräume öffnen. Zur Eröffnung am Donnerstag präsentiert Pandelis Diamantides (Zypern) mit „Ground Studies for Pilots“ eine audiovisuelle Performance über Orientierung, Unsicherheit und die Frage, wie wir uns in einer zunehmend technologisch geprägten Welt zurechtfinden. Herzschlag, Atem und andere biometrische Daten steuern ein generatives System aus Sound, bewegten Bildern und Licht. „Dialogue de l’ombre déformé“ feiert in der Kirche St. Thaddäus, in Laufentfernung zum abraxas, seine Uraufführung. In der etwa 30-minütigen Musikperformance treffen der Fagottist Timm Kornelius, Mehrkanal-Elektronik und ein von Adrian Ludwig trainiertes KI-Modell aufeinander. Die KI imitiert, spiegelt, verändert oder widerspricht dem Fagott in Echtzeit. Mit jeder Aufführung verändert sich das System weiter.
Die Wiese der Medienkunst: Medienkunst zum Ausprobieren und Mitmachen
Ein Highlight der 25. Ausgabe ist „Wer – Wie – Was? Die Wiese der Medienkunst“, mit der das lab.30 erstmals die Grünfläche hinter dem Kulturhaus abraxas bespielt. In Zusammenarbeit mit dem KidsLab Augsburg und dem Habitat e.V. entstehen zwei Gewächs- und Gartenhäuser, die die interaktive, spielerische Welt der Medienkunst für alle erlebbar machen. Das neue Format richtet sich insbesondere an junge Menschen und Familien und lädt dazu ein, digitale Medien nicht nur zu betrachten, sondern selbst aktiv mit ihnen zu experimentieren. In zahlreichen Computerspielen des Augsburger GamesPreises werden Kinder und Jugendliche selbst zu Gestaltern digitaler Welten: Eine Maus sammelt Käse und muss dabei der Katze entwischen. Eine fliegende Untertasse bringt Zutaten durch eine chaotische Küche. Billardkugeln prallen nach berechneten Winkeln und Kräften von der Bande ab. Alle diese Spiele haben Augsburger Schülerinnen und Schüler selbst entwickelt und auf der Medienkunstwiese kann man sie spielen.
Workshops: vom Schrottroboter bis zum sprechenden Blumentopf
Auch für kleine Workshops-Fans hat das lab.30 dieses Jahr einiges zu bieten:
Tüfteln mit Licht: Licht an, Fantasie an: Mit einfachen Bauteilen entstehen leuchtende Objekte zwischen Kunstwerk, Experiment und Blickfang für zuhause.
Shitty Robots (ab 6 Jahren): Aus Schrott wird Zukunft: Gemeinsam mit dem KidsLab entstehen schräge Roboter, die beim großen Roboter-Wettkampf auf der Theaterbühne gegeneinander antreten.
Gießbert – Der sprechende Blumentopf (ab 10 Jahren): Was, wenn Pflanzen Nachrichten verschicken könnten? In diesem Workshop bauen die Teilnehmenden einen smarten Blumentopf, der erkennt, wann seine Pflanze Durst hat, und per WLAN Bescheid gibt.
Löten, Strom und Sound – Elektronik zum Anfassen (ab 10 Jahren): Mit Lötkolben, Platine und jeder Menge Neugier entsteht ein eigenes elektronisches Musikinstrument. Am Ende darf nicht nur gestaunt, sondern auch gespielt werden.
Preisverleihung am Samstagabend
Bei der Preisverleihung werden in diesem Jahr erstmals vier Auszeichnungen vergeben, die von unterschiedlichen Jurys ermittelt werden:
Den mit 1.000 Euro dotierten lab award (gestiftet von der Everllence GmbH) vergibt eine Fachjury. Eine Kinderjury zeichnet ein Exponat mit dem kids’ choice award aus, der mit 500 Euro dotiert ist und von der Stabsstelle Kulturelle Bildung der Stadt Augsburg gestiftet wird. Bis einschließlich Samstagnachmittag kann zudem das Festivalpublikum über den Publikumspreis (500 Euro) abstimmen. Erstmals wird der U19 award verliehen: Eine Jugendjury prämiert damit herausragende Arbeiten junger Medienkünstlerinnen und Medienkünstler auf der Wiese der Medienkunst.
Die öffentliche Preisverleihung findet am Samstag, 31. Oktober 2026, um 19 Uhr im abraxas Theater statt.






