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Du bist ein echter Augsburger, wenn...
Das Internet ist weltweit, eigentlich schon unendlich. Umso schöner, dass in den Weiten des „WorldWideWeb“ Lokalität und Heimatbezug offenbar trotzdem eine Daseinsberechtigung haben, ja fast schon ein Bedürfnis sind. Anders ist der Erfolg der Facebook- Seite „Du bist ein echter Augsburg, wenn“ kaum zu erklären.
Der Inhalt der Seite ist eigentlich schnell beschrieben: Augsburg mit seinen Persönlichkeiten, Plätzen, Ereignissen und Einzigartigkeiten. Die Nutzer posten kleine Geschichten oder einfach nur Fotos aus der Vergangenheit oder Gegenwart Augsburgs. Leben bekommt die Seite dann durch die eigenen Erinnerungen, nicht selten ertappt man sich beim Durchstöbern der Bilder und Geschichten bei einem seligen Lächeln oder einem überraschten „Stimmt, das gab’s ja auch mal!“
Beispiele gefällig? Erinnert sich jemand an den musikalisch leidlich begabten, aber immer inbrünstig vortragenden Löffel-Joe aus der Fußgängerzone? Oder den älteren Herrn, der als Fotograf durch die Plärrerzelte streifte und mit einem charmant-herben „Do schau her Buale“ den Blick in seine Linse forderte? Vielleicht weiß man aber nicht, wer „der mit de Schneggafiaß“ ist. Auf der Facebookseite gibt’s die Aufklärung. (Gemeint ist übrigens der „Stoinerne Mo“).
Die Macher der Seite haben mit ihrer Idee etwas ins Rollen gebracht, das offenbar den Zeitgeist trifft. Denn der Zulauf ist überwältigend: Nach nicht einmal drei Wochen hat die Seite schon über 3100 Fans – eine Zahl, die kommerzielle Seitenbetreiber vor Neid erblassen lässt. „Wir können nur staunen, wenn wir sehen, wie vielen Leuten unsere Seite gefällt. Das hatten wir so nicht erwartet, “ sagen Fabian Lohr (pro air Medienagentur GmbH) und Martin Eberhard (Investment Services), die „Du bist ein echter Augsburger, wenn“ initiiert haben.
Die Idee sei spontan beim XING Business Lunch Augsburg geboren worden. „Wir wollten einfach mal sehen, ob andere Menschen auch so viel mit Augsburg verbinden wie wir“, so Lohr weiter. Offenbar ist es so, denn über die so genannte virale Verbreitung, sprich das Teilen von Beiträgen, werden bereits jetzt knapp 100tausend Menschen auf Facebook erreicht. Das sind rund Zweidrittel der im Sozialen Netzwerk registrierten Augsburger.
Solche Erfolgsmeldung wecken natürlich Begehrlichkeiten. Es gibt bereits Anfragen zur werblichen Nutzung der Seite und der Kontakte und auch schon unterschwellige Versuche, durch entsprechende Postings „Schleichwerbung“ zu betreiben. Das wird aber von den Betreibern konsequent unterbunden. „Wir verfolgen mit dieser Seite keine kommerziellen Ziele, sondern sehen das Ganze tatsächlich als schönes Hobby.“ sagen Lohr und Eberhard. Wenn überhaupt, könne man die Seite als Versuch des positiven Stadtmarketings verstehen, da ja nahezu ausschließlich schöne Momente in Augsburg gepostet werden. Das müsse man dann auch einfach mal so stehen lassen, sind sich die beiden einig.






