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Fahrradverkehr: Augsburg holt auf
Zum sechsten Mal waren deutsche Radfahrer im Herbst 2014 aufgerufen, ihre Stadt zu benoten. Der Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) ist nach eigenen Angaben "die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit".
Über 100.000 Menschen haben demnach im vergangenen Jahr teilgenommen, eine Steigerung von 25 Prozent gegenüber dem letzten Test 2012. Die Befragung bestand aus 27 Punkten, in denen die Teilnehmer bewerteten, "ob Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob die Stadt in letzter Zeit viel für den Radverkehr getan hat, ob es häufig Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern gibt und ob man sich als Radfahrer sicher fühlt", so der ADFC.
Der Gewinner ist wenig überraschend: Bundesweit führend sind nach wie vor Münster, Freiburg und Karlsruhe, im Freistaat kommen Erlangen und Ingolstadt noch vor der Landeshauptstadt. Augsburg schneidet mit Platz 22 unter den Städten mit über 200.000 Einwohnern erstaunlich gut ab – vor allem im Vergleich zur Umfrage 2012, als die Fuggerstadt noch auf Rang 32 zu finden war. München steht hier auf Platz 12, Nürnberg auf 26.
Für diese Verbesserungen wurde Augsburg bei der Bekanntgabe der Zahlen am 19.02. in Berlin als zweitbester "Aufholer" unter den Großstädten hinter Wuppertal und vor Stuttgart ausgezeichnet.
Armin Falkenhein, Landesvorsitzender des ADFC: "Beim Radverkehr schöpfen bayerische Kommunen noch nicht das vorhandene Potenzial aus. Zu viele Menschen steigen noch nicht aufs Rad, weil die Situation vor Ort ihnen nicht genügend sicher ist. Bayern ist zwar auf einem guten Weg, aber bis zu einem 'Radlland Nr. 1' ist es doch noch ein längerer Weg."
Der ADFC kritisiert vor allem, dass Radwege zu Lasten von Fußgängern angelegt werden und nicht breit genug sind. Radler würden außerdem zu oft auf schlecht markierte Gehsteige gezwungen, das Sicherheitsgefühl innerorts sei "häufig sehr gering". (PM/flo)
Foto: Christian Menkel






