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Die Sonne im Osten
Ja, es gibt sie noch, die Sonne. Zum Beispiel beim Konzert von Fiva im Ostwerk am Mittwoch.
In dieser Hochnebelsuppenküche, die seit gefühlten Monaten Augsburg fest im Griff hat, sollte man Konzerte von Fiva auf Krankenschein bekommen. Wenn Nina Sonnenberg die Bühne betritt, geht noch im hintersten Winkel des Universums die Sonne auf.
Dass der Abend davor in der Regensburger Mälzerei offensichtlich etwas besser besucht war, geschenkt, spätestens der Tourabschluss am Samstag in Innsbruck wird wieder ausverkauft sein. Im Fiva-Bus sitzt zurzeit das Team, mit dem die aktuelle Platte "Alles leuchtet" produziert wurde: Pianist Phil Nykrin, Bassist Stephan Kondert und Drummer Herbert Pirker (allesamt gefragte Musiker aus Wien) sowie ihr langjähriger Weggefährte Sebastian Schwarz alias DJ Radrum, mit dem Fiva 2005 das Label "Kopfhörer Recordings" gründete. Und so banal das klingt, hier passt jeder Ton, ohne ins Korsetthafte zu rutschen, Flexibilität ist dringend angesagt bei einer so spontanen und instinktiv reagierenden Frontfrau. Die aber auch nachdenklich kann, wie das Lied "Phoenix" über ihre Reise in den Nahen Osten beweist. In Sachen kluger Wortwitz macht Nina Sonnenberg eh keiner was vor.
Fiva bedankt sich oft und viel bei ihrem Publikum. Fast zuviel. Die grimmepreis-nominierte Moderatorin und Slammerin ist eigentlich Profi genug, um Anbiederungen in Grenzen zu halten. Und so gibt es wohl nur eine Erklärung: Sie meint es auch nach knapp 15 Jahren Konzertleben noch ernst, wenn sie Sätze sagt und singt wie "Ihr macht aus unserem Lagerfeuer ein Feuerwerk".
Der Abend im Ostwerk war tatsächlich die perfekte Mischung aus beidem, Lagerfeuer und Feuerwerk. Dieses Päckchen aus - Vorsicht: Klischee! - Wärme, Lebensfreude, Klugheit und Begeisterung mit einer perfekten musikalischen Verpackung geht durch und durch und durch und wird noch lange ausstrahlen. Wir sind bestimmt nicht die ersten, die sich dafür bedanken. (flo)
Fotos: Daniel Debus






