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Musik

Hey! Ho! Let´s go: Punkrock für Kinder

Die Krakeelen haben sich aufgemacht, Kinderherzen zu erobern

Punkrock für Kinder? Das geht. Und wie! Das noch frische Augsburger Trio Die Krakeelen hat sich aufgemacht, die Herzen der Kinder auf diesem Planeten mit Punkrock zu erobern. Walter Sianos traf Sophie und Julian zum Interview. Gabba gabba hey!

Wenn jemand mit einem Irokesenschnitt zum Interview kommt, dann ist das ein Statement!
Julian: (lacht) Definitiv, ich bin mit Punk sozialisiert worden.
Sophie: Ich würde mich zwar nicht als Punk bezeichnen, aber diese Musik war für mich schon von klein auf ein Thema.

Die Krakeelen, das klingt leicht nach Krawall gebürstet…
Julian: Krakeelen ist ja eine Definition von „Radau machen“. Den Namen hat unsere Bassistin in den Ring geworfen, er ist gewissermaßen auch ein Wortspiel, weil da auch der Begriff Krake drinsteckt. Diese Assoziation hat uns gefallen, die Krake ist auch unser Logo und Maskottchen.

Wie kommt man darauf, eine Kinder-Punkband zu gründen?
Julian: Die Idee rührt schon sehr lange in mir, ich habe immer wieder Klassenkameraden, Freunde und Musiker dazu bewegen wollen, aber keiner ist darauf angesprungen. Bis ich Sophie in der Ballonfabrik kennengelernt habe, sie war sofort Feuer und Flamme
Sophie: Das stimmt, ich fand die Idee toll, etwas für Kinder zu machen, sozusagen eine musikalische Früherziehung, die nicht auf Klassik oder Jazz basiert. Ich finde es wichtig, dass die Kids mitbekommen, dass es nicht nur Taylor Swift, Nina Chuba o.ä. gibt. Auch so ein Genre zu bedienen, ist eine geile Sache. Ich habe einen Bezug zu Kindern, ich bin ausgebildete Kinderpflegerin und arbeite im sozialen Bereich, ich bin auch Tante und mir macht es Spaß, mit Kindern etwas zu unternehmen.

Habt ihr noch andere Bands parallel laufen?
Sophie: Julian spielt noch bei der Punkband The Innocent Prostitutes und ich bei Star Hagel Full, einer Stoner-Rockformation. Und zusammen mit unserer Bassistin Verena bei Ms.Clits, einer Coverband.

Was covert ihr denn?
Ausschließlich Songs von den Misfits.

Cool, ich habe noch nie gehört, dass es überhaupt eine Misfits Coverband gibt.
Sophie: Wir sind sechs Mädels und die Band ist mehr oder weniger aus Zufall entstanden.

Wie lange gibt es Die Krakeelen eigentlich schon?
Julian: Wir haben uns Ende 2024 gegründet und schon nach kurzer Zeit kamen vier Konzertanfragen rein. Das Problem war, dass wir kaum ein Repertoire hatten und wir mussten erst einmal Songs schreiben. Bis auf den Spongebob-Song haben wir inzwischen nur eigene Stücke im Set. Die ersten Auftritte kamen super an und das hat uns natürlich voll motiviert weiterzumachen.

Ich nehme mal an, eure Zielgruppe dürfte zwischen 4 und 10 Jahre jung sein. Tut man sich da nicht mit Hits leichter, als mit eigenen Nummern?
Sophie: Wahrscheinlich schon, aber wir haben mit unseren eigenen Songs bisher sehr gute Erfahrungen gemacht und beobachtet, dass bei „Spongebob“ eher die Erwachsenen abgehen (lacht).
Julian: Wir sind derzeit dabei unsere Tracks aufzunehmen und sie über die Streaming Plattformen zu teilen, damit die Kinder die Songs anhören und dann live mitsingen können.

Mit Andi & die Affenbande gibt es eine weitere Band aus Augsburg, die sich dem jüngeren Publikum zuwendet. Die spielen Pop und Rock. Hat man es da als Punkband schwerer?
Sophie: Nein, das würde ich nicht behaupten, wie gesagt, die Resonanz ist sehr gut und wir bekommen immer mehr Konzertanfragen. Bisher haben wir nur in einem bestimmten Szene-Umfeld gespielt, wie in der Ballonfabrik, aber das wollen wir in Zukunft auch ausweiten.

Ich denke, dass ihr bei euren Shows auch mal in die Trickkiste greifen müsst, um das Publikum zu animieren?
Julian: Klar, gerade bei Kinderkonzerten ist das wichtig. Wir haben beispielsweise das weltweit erste Schnäuz-Solo erfunden. Da wird bei dem Song „Nase läuft“ geschnäuzt, was das Zeug hält.

„Ich muss duschen, weil ich stinke, stinke, stinke!“ Da schwingt auch der pädagogische Zeigefinger mit.
Sophie: Das passt derzeit gut zu meiner Klientel, ich arbeite mit Jugendlichen und da erlebt man einiges. Wir versuchen alltägliche Themen im Leben von Kindern und Eltern aufzugreifen und sie witzig mit cooler Musik zu verpacken. Aber es geht auch darum, positive Werte zu vermitteln. Wir passen auf, keine Schimpfwörter zu benutzen, aber es ist Punk und da darf schon auch mal der Begriff „Scheiße“ fallen.

Wie sehr unterscheiden sich Kinder- von Erwachsenen-Konzerten?
Julian: Man bekommt ein ehrlicheres Feedback, es ist ein tolles Gefühl, wenn ein Kind dich nach dem Konzert anspricht und dir berichtet, wie aufregend es war. Auch die Wertschätzung der Eltern, die sich bei uns bedanken, weil wir etwas für ihre Kinder getan haben, ist toll.
Sophie: Man sieht es auch am Merchandising, unsere T-Shirts gehen weg wie warme Semmeln, das ist schon ein Gradmesser und viele kommen wieder auf unsere Konzerte. Nicht weil es den Eltern gefallen hat, sondern weil die Kinder hinwollen.

Kinder spielen heute eine sehr zentrale Rolle im Leben vieler Eltern. Dieser Markt wird inzwischen voll ins Visier genommen, inzwischen gibt es viele Künstler in diesem Sektor wie Donikkl, Heavysaurus, Bummelkasten…
Julian: Ja, der Markt boomt, aber wenn ich sehe, dass beispielsweise Konzerte von Heavysaurus bis zu 50 Euro kosten, dann finde ich das schon krass. Das ist definitiv nicht unser Weg.
Sophie: Wir wollen möglichst viel spielen, auch gerne auf größeren Bühnen, bei Festivals und Kinderveranstaltungen. Aber wir haben nicht vor, das alles superkommerziell aufzuziehen. Wir wollen da vor allem authentisch bleiben!

Ich habe noch nie etwas von einer Punkband für Kinder mitbekommen. Seid ihr da die Monopolisten?
Julian: ZSK spielen regelmäßig Kinderkonzerte im Berliner Club SO36, aber mit ihren ganz normalen Songs. Dieses Jahr waren sie auch zum ersten Mal auf Tour, ich war mit meinem Neffen im ausverkauften Backstage in München. Aber sonst kenne ich keine Band in diesem Bereich.

Ihr wärt doch die perfekte Band für Sommer am Kiez am Helmut-Haller-Platz als Opener.
Julian: Absolut, auf fast jedem Festival sind heute Kinder am Start. Wir haben uns schon beworben, aber bisher leider noch keine Antwort erhalten.

ACHTUNG, ACHTUNG MR. BOB UND CO.: wenn ihr das hier lest, dann bitte die Krakeelen buchen! Wie ist das eigentlich, wenn man um 15 Uhr anstatt um 22 Uhr spielt?
Sophie: Voll angenehm und statt Bier gibt es nach dem Konzert Kaffee und Kuchen (lacht).

Was bringt das Jahr 2026?
Julian: Wir wollen schon bald ein Album herausbringen und möglichst viele Auftritte spielen, egal ob in Clubs, auf Open Airs, Kinderfestivals oder Straßen- und Viertelfesten! (ws)

Besetzung:
Julian – Gesang/Gitarre
Sophie – Drums
Verena – Bass

Kontakt:
diekrakeelen@outlook.de

Website:
www.youtube.com/@DieKrakeelen
www.instagram.com/die_krakeelen/

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