Nachgefragt - Wernher-von-Braun-Gymnasium

Die Parteien, die Schulvertreter sowie das Ministerium arbeiten an einer Lösung, die für alle akzeptabel sein soll. Welche Meinung die Augsburger diesbezüglich vertreten, wollte Natia-Marta Tsikelashvili herausfinden. Überraschenderweise erwiesen sich die Befragten unter 20 Jahren nahezu uninformiert, aber, wie man so gut sagt, keine Regel ohne Ausnahme. Die etwas Älteren schienen mit dem Thema allerdings besser vertraut zu sein.
Wernher-von-Braun-Gymnasium

1. Monika (65)
Ich bin der Meinung, dass das Gymnasium nicht den Namen einer Person tragen soll, die etwas mit Hitler zu tun hatte. Wenn es auch andere Schulen gibt, oder auch Straßen, die diese Namen tragen, bin ich der Meinung, dass auch die geändert werden sollen. Wenn schon, dann alles. Das kann zu aufwändig sein, aber für das Gymnasium finde ich die Namensänderung schon wichtig.

2. Michael (49)
Der Name soll nicht geändert werden. Wernher von Braun hat vieles für Deutschland getan, wissenschaftliche Arbeiten abgeliefert. Warum soll jetzt plötzlich das Gymnasium nicht mehr nach ihm benannt werden? Ich finde diese ganzen Diskussionen darüber absolut überflüssig. Wenn es dennoch zur Umbenennung kommen wird, wäre der Name eines anderen Wissenschaftlers eine Alternative.

3. Anja (36)
Ich finde es nicht so schlimm, dass man den Namen ändert. Wenn er so umstritten ist, dann nennen wir das Gymnasium doch anders. Durch die Verbindung zur damaligen Zeit ist Braun kein Vorbild mehr. Wenn es andere Schulen oder Straßen gibt, die nach ihm benannt worden sind, würde ich den Namen lassen, weil es sonst zu aufwendig und teuer wäre. Aber für das Gymnasium würde ich einen anderen Namen wählen, weil es eine gewisse Vorbildfunktion hat. Die Entscheidung sollte aber die Schule selbst treffen.

4. Anna-Marie (18)
Ich weiß, was Wernher von Braun in der Nazi-Zeit getan hat, aber es gibt viele Wissenschaftler, die dasselbe gemacht haben. Warum ist das jetzt im Jahr 2013 so aktuell geworden? Hat man nichts anderes zu tun oder gibt es keine anderen Skandale? Ich finde es unnötig.

5. Willi (42)
Aufgrund dessen, dass Braun so eng mit dem Nationalsozialismus verbunden ist, denke ich , dass es ein wichtiges Zeichen ist, den Namen zu ändern. Hier sollten aber die Schule und die Schulverwaltung die Entscheidung treffen. Was einen Alternativnamen betrifft, könnte man vielleicht auf die Vergangenheit dieser Schule blicken. Es gibt bestimmt jemanden, der sich dort hervorgetan hat und vielleicht könnte man diesen Namen verwenden.

6. Jannik (18)
Wernher von Braun hatte Kontakt zu Nazis. Er hat aber im Bereich der Raumfahrt einiges erreicht. Trotzdem verdient er es aufgrund seiner Vergangenheit nicht, Namensgeber eines Gymnasiums zu sein. Ich finde, wir haben andere Wissenschaftler, die ein besseres Vorbild sind. In diesem Fall müssen aber die Schule, die Schüler und die Bewohner zu einem Kompromiss kommen. Man sollte aber konsequent vorgehen und auch andere Einrichtungen umbenennen, die Namen von Nazigrößen tragen.

Rubrik: 

Weitere News zum Thema

The Passenger: Von Afghanistan nach Augsburg

Verfasst von Neue Szene am 19.07.2021

Interview mit dem Augsburger Musiker Farhad “Jooyenda” Sidiqi

Sind Aktien heutzutage noch eine sichere Geldanlage?

Verfasst von Neue Szene am 23.01.2021

In diesem Beitrag erfahren Sie, ob Aktien die richtige Wahl für Sie sind und worin die Vor- und Nachteile derselben bestehen.

„Du bist doch die vom Ostwerk!”

Verfasst von Neue Szene am 01.09.2020

Was macht eigentlich Sandy Hönig? Walter Sianos hat nachgefragt