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„Jetzt keine bequemen Lösungen”

Theaterviertel Jetzt e.V. bietet eigenes Budget zur Rettung des Freilichtbühnen-Sommers an

Die überraschende, womöglich mehrjährige Schließung der Augsburger Freilichtbühne ist ein schwerer Einschnitt für das kulturelle Leben der Stadt. Der Verein Theaterviertel Jetzt e.V. plädiert dafür, diese Situation als Chance zu begreifen – und bringt sich mit einem konkreten inhaltlichen und finanziellen Angebot aktiv in die Debatte ein.

„Jetzt ist nicht der Moment für bequeme Lösungen“
„Die Schließung der Freilichtbühne darf nicht zur kulturellen Schockstarre in der Innenstadt führen. Wenn Stadt und Staatstheater das Theaterviertel und die Innenstadt als gemeinsame Idee ernsthaft mit uns entwickeln wollen, können sich Lippenbekenntnisse jetzt in Taten verwandeln. Lasst uns Kultur sichtbar in die Innenstadt holen – und nicht auf die erstbeste und bequemste Lösung, das Gaswerk, setzen. Als Verein sind wir bereit, dafür auch finanziell Verantwortung zu übernehmen.“ (Richard Goerlich und Raphael Brandmiller, 1. und 2. Vorsitzende Theaterviertel Jetzt e.V.)

Ein “Augsburger Kultursommer 2026” mit Fokus auf der Innenstadt
Der Verein unterstützt ausdrücklich alle Überlegungen, das für den Sommer 2026 geplante Freilichtbühnenprogramm nicht ersatzlos zu streichen, sondern räumlich neu zu denken – klar mit dem Fokus auf die Innenstadt. „Wenn, dann sollten wir das jetzt groß denken. Ein „Augsburger Kultursommer“ könnte eine Klammer bilden, die viele verstreute Angebote unter ein Dach holt und konzeptionell neu ausrichtet, mit klarem Fokus auf der Stärkung der Innenstadt und damit einer Stärkung der Stadt insgesamt“.

„Wir würden nicht nur finanzielle Mittel einbringen, sondern auch unsere Organisations¬- und Konzepterfahrung. So könnten wir aktiv mithelfen, das Staatstheater in dieser außergewöhnlichen Situation zu unterstützen und unseren Satzungszielen, die Innenstadt durch Kultur zu beleben, gerecht werden“, so Goerlich. Die Erfahrung der Akteure im Verein mit Großveranstaltungen könne hier helfen. Mit der Organisation vieler Jahre Modularfestival und des City Of Peace Festivals 2011 (Brandmiller, Goerlich) sowie großer Konzerte und Festivals (Sebastian Karner) sei im Verein starke Kompetenz gebündelt.

Warum das Gaswerk keine kurzfristige Lösung ist
Eine Verlagerung an das Gaswerk hält der Verein für diese konkrete Aufgabe für nicht geeignet. Dabei wird ausdrücklich betont, dass das Gaswerk für sich genommen ein guter und wichtiger Ort ist, der langfristig eine professionelle kulturelle Eventbespielung dringend benötigt. Für Veranstaltungen in der Größenordnung und Qualität des Freilichtbühnen-Sommerprogramms seien jedoch in den vergangenen Jahren weder die notwendige Infrastruktur aufgebaut noch das Gelände insgesamt entsprechend ertüchtigt worden. Eine kurzfristige Verlegung berge daher erhebliche wirtschaftliche Risiken.

Vorbilder: Klassik am Odeonsplatz, Kulturpalette 2003 oder das Kulturstadion auf dem Rathausplatz 2011
Wenn es die Stadt mit der Entwicklung des Theaterviertels ernst meint, kann die Antwort auf diese Krise nur eine konsequente Bespielung der Innenstadt sein. Als mögliches Vorbild nennt der Verein Formate wie „Klassik am Odeonsplatz“ in München.

Denkbar sei ein hochwertiges Open-Air-Format im Herzen Augsburgs – etwa in der Fuggerstraße – mit klarer Anbindung an das Theaterviertel und hoher städtischer Sichtbarkeit. Auch das ins Spiel gebrachte Kulturstadion auf dem Rathausplatz, wie beim City of Peace Festival 2011 oder Konzepte wie die Kulturpalette auf dem Rathausplatz im Zuge der europäischen Kulturhauptstadtbewerbung 2003 können als Inspiration für gangbare Lösungen dienen.

„Beim Kulturstadion auf dem Rathausplatz im Jahr 2011 hat Augsburg bereits den Zauber eines Kultursommers erlebt – warum sollte das nicht wieder möglich sein?“, so Raphael Brandmiller, 2. Vorsitzender des Vereines. „Die Bespielung der Fuggerstraße müsste verkehrlich genauer geprüft werden. Aber auch hier sehen wir Möglichkeiten für eine feste Bühnen- und Technikinstallation mit flexibler Bestuhlung. In anderen Städten funktioniert das schließlich auch.“

Konkretes Angebot: Förderbudget furs Theaterviertelfest wird eingebracht
Der Theaterviertel Jetzt e.V. erklärt ausdrücklich seine Bereitschaft, sein bestehendes Förderbudget in Höhe von knapp 80.000 Euro zuzüglich möglicher weiterer Sponsorengelder in einen gemeinsamen Fonds zur Rettung und Neuausrichtung des Freilichtbühnenprogramms 2026 einzubringen. Die Mittel sollen zweckgebunden für ein innerstädtisches Alternativformat zur Verfügung gestellt werden und das Konzept des Theaterviertelfestes darin eingedacht werden – „wenn wir ein gemeinsames Konzept finden, sind wir dabei. Wir brauchen jetzt einen runden Tisch mit allen Akteuren, der in den kommenden zwei Wochen stattfinden muss. Die Planungen müssen jetzt schnell vorankommen. Wir sind bereit dazu und freuen uns auf die Einladung durch die Stadt Augsburg als maßgeblicher Akteur“.

www.theaterviertel-jetzt.de

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