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100 Tage Forum St. Johannes

Seit 1. Juli ist die Suchthilfeeinrichtung an der Donauwörther Straße geöffnet. Die Stadt zieht eine erste Zwischenbilanz

▪ Wichtiges Ziel: Einrichtung entlastet öffentlichen Raum
▪ Situation am Helmut-Haler-Platz deutlich verbessert
▪ Zahl der Rettungsdiensteinsätze zurückgegangen
▪ Noch nicht alle Schwierigkeiten im Umfeld des Forums gelöst
▪ Fortlaufende Nachbesserungen zur Problembewältigung
▪ Stadt nimmt Hinweise und Beschwerden von Anwohnenden ernst
 

Das Hilfe- und Aufenthaltsangebot Forum St. Johannes an der Donauwörther Straße in Oberhausen hat am 1. Juli seinen Betrieb aufgenommen. Nach den ersten drei Monaten zieht die Stadt eine Zwischenbilanz: „Für eine finale Bewertung ist es noch zu früh. Das Forum St. Johannes befindet sich in einer dreijährigen Evaluationsphase, die gewissenhaft erfolgen wird. Es zeigt sich bereits jetzt, dass die Einrichtung angenommen wird und zu einer Entlastung des öffentlichen Raums am Helmut-Haller-Platz spürbar beiträgt“, erklärt Ordnungsreferent Frank Pintsch. Die Einrichtung versteht sich als niedrigschwelliges Hilfe- und Aufenthaltsangebot für Menschen mit Suchterkrankungen. Neben der medizinischen Versorgung durch Substitution erhalten Besucherinnen und Besucher Unterstützung bei sozialen, gesundheitlichen und persönlichen Problemen. Ziel ist es, Hilfen zu bündeln, Zugänge zu weiterführenden Angeboten zu erleichtern und Aufenthalte aus dem öffentlichen Raum in geeignete Räumlichkeiten zu verlagern.
 

Spürbare Entlastung des Helmut-Haller-Platzes
Das Forum St. Johannes wurde geschaffen, um auf Herausforderungen im Zusammenhang mit Suchterkrankungen und dem Aufenthalt entsprechender Personengruppen im öffentlichen Raum zu reagieren, die seit Jahren bestehen. Ziel ist vor allem, Aufenthalte im öffentlichen Raum am Helmut-Haller-Platz zu reduzieren und Nutzungskonflikte im Umfeld zu entschärfen. Jetzt sind erste positive Auswirkungen im Umfeld erkennbar. Vor allem die bestehende negative Situation auf dem Helmut-Haller-Platz hat sich deutlich verbessert. Dies belegen sowohl Beobachtungen vor Ort als auch Rückmeldungen aus der Nachbarschaft.
 

Frank Pintsch: „Zusammenarbeit der Beteiligten verläuft zielgerichtet“
Laut Ordnungsreferent Frank Pintsch wird das Forum St. Johannes fachlich eng begleitet, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und bei Bedarf nachsteuern zu können. „In den zurückliegenden 100 Tagen wurden die Abläufe kontinuierlich begleitet und ausgewertet. Ich mache mir regelmäßig selbst ein Bild von der Situation vor Ort. Die Kollegen der Hausleitung von St. Johannes und die Beschäftigten vor Ort leisten sehr gute Arbeit. Auch die Zusammenarbeit der Beteiligten verläuft sehr zielgerichtet.“

Forum St. Johannes besser für Rettungskräfte zugänglich
Nach ersten Erkenntnissen ist im 100-Tage-Zeitraum auch die Zahl der Rettungsdiensteinsätze im Umfeld der Einrichtung trotz der hohen sommerlichen Temperaturen zurückgegangen. Allerdings weist die Stadt darauf hin, dass solche Erkenntnisse im Rahmen der laufenden Evaluation über einen längeren Zeitraum betrachtet und bewertet werden müssen. Dazu erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen, Manuel Heckmann: „Das Forum St. Johannes ist im
Vergleich zum bisherigen beTreff deutlich besser für unsere Einsatzkräfte zugänglich. Dadurch können Patientinnen und Patienten vor Ort noch besser versorgt werden. Gleichzeitig erleben unsere Rettungskräfte die Zusammenarbeit mit dem Team des Forums als sehr positiv. Die Abläufe am neuen Standort werden zunehmend routinierter und tragen zu einem guten Miteinander aller Beteiligten bei. Es gibt noch Optimierungspotenzial, aber insgesamt stellt das Forum St. Johannes eine deutliche Verbesserung der Situation für Menschen mit Suchterkrankungen dar.“

Etwa 100 Personen im Schnitt nutzen Einrichtung täglich
Das Suchthilfeangebot wird gut angenommen. Derzeit besuchen durchschnittlich rund 100 Personen pro Tag die Einrichtung. Sie engagieren sich außerdem gemeinsam mit den sozialpädagogischen Fachkräften freiwillig im Umfeld der Einrichtung. Im Rahmen regelmäßiger Reinigungsaktionen wird etwa Müll im öffentlichen Raum gesammelt und entsorgt.

Sicherheit und Sauberkeit: 20 Punkte-Konzept wird umgesetzt
Die Eröffnung des Forums St. Johannes wird durch ein umfangreiches 20-Punkte-Konzept zur Verbesserung von Sicherheit und Sauberkeit begleitet. Als direkte Ansprechperson steht eine städtische Hausleitung zur Verfügung, die telefonisch oder per Mail kontaktiert werden kann. Einmal im Monat bietet die Hausleitung auch eine offene Sprechstunde vor Ort an.

Nächster Termin ist Donnerstag, 15. Oktober.
Der städtische Ordnungsdienst ist mit einem eigenen Dienstzimmer dauerhaft in der Einrichtung „Forum St. Johannes“ präsent und jederzeit erreichbar. Streetworkerinnen und Streetworker sowie der AWS sind im Rahmen des Umfeldmanagements ebenfalls regelmäßig im Gebiet tätig. Ergänzend ist die Polizei an relevanten Örtlichkeiten im Umfeld des Forums präsent und steht den Bürgerinnen und Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung. Mehrmals im Jahr tagt außerdem der Einrichtungsbeirat, der die Umsetzung des Suchthilfe-Projekts unterstützt und Rückmeldungen aus dem Umfeld aufgreift, zu denen auch Erfahrungen aus der Nachbarschaft gehören. Das
vom Stadtrat beschlossene Gremium tagt wieder am 29. Oktober. Die Sitzungen sind nicht-öffentlich; die Sitzungsprotokolle sind unter augsburg.de/forum-st-johannes abrufbar.

Verschmutzungen und Spritzenfunde lösen Verunsicherung aus
Auch wenn das „Forum St. Johannes“ in den ersten 100 Tagen in vielen Bereichen die erhoffte Verbesserung gebracht hat – es gab auch Beschwerden und kritische Rückmeldungen. „Wir nehmen das sehr ernst, gehen allen Hinweisen nach und stehen Verbesserungsvorschlägen sehr offen gegenüber. Dabei ist uns bewusst, dass vor allem Hinweise zu Verschmutzungen, Spritzenfunden oder Nutzungskonflikten im öffentlichen Raum bei den Anwohnenden Verunsicherung auslösen können. Dem gehen wir konsequent mit allen Kräften nach“, betont Frank Pintsch. Vor diesem Hintergrund lädt demnächst auch Bildungsreferentin Tatjana Dörfler die Schulleitungen und Elternvertretungen der Schulen im näheren Umfeld des Forums St. Johannes gemeinsam mit Ordnungsreferent Frank Pintsch zu einem Dialog aus schulischer Sicht über die aktuelle Situation in die Grundschule Oberhausen-Mitte ein.
 

Ebenso richtig wie wichtig: Die Einrichtung einer Hausleitung
In seiner Analyse verweist Ordnungsreferent Frank Pintsch darauf, dass die wesentlichen Herausforderungen nicht erst mit der Eröffnung des Forums entstanden sind. „Sie waren vielmehr Anlass, das Hilfe- und Aufenthaltsangebot schrittweise zu verbessern – ein klarer Auftrag des Stadtrats. Hier konnten wir Fortschritte erzielen. Die Beschwerden der vergangenen Wochen zeigen außerdem, dass die Einrichtung einer städtischen Hausleitung, also direkte Ansprechpersonen vor Ort, eine zentral
wichtige und richtige Entscheidung war. Sie bündelt die verschiedenen Zuständigkeiten vor Ort, koordiniert die beteiligten Akteure und sorgt dafür, dass Hinweise aus der Bürgerschaft aufgenommen, nachverfolgt und deutlich schneller bearbeitet werden können. Dadurch konnten Reaktionswege verkürzt und Abstimmungsprozesse verbessert werden.“


Es besteht weiterhin Handlungsbedarf
Die Stadt sieht jedoch auch unzweifelhaft weiterhin Handlungsbedarf. Dabei stehen vor allem Rückmeldungen aus der Bevölkerung zum Eingangsbereich des Forums und zu Personengruppen, die sich vor der Einrichtung und auf den angrenzenden Gehwegen aufhalten, im Mittelpunkt. „Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Passantinnen und Passanten muss die Situation hier spürbar besser werden. Gemeinsam mit den freien Trägern, der Hausleitung, dem Ordnungsdienst und den weiteren Beteiligten arbeiten wir daran, die Situation im unmittelbaren Umfeld weiter zu verbessern“, so Pintsch. Er verweist darauf, dass die Entwicklungen der vergangenen 100
Tage vor allem das Verdienst der Menschen sei, die sich täglich vor Ort engagieren und oftmals eine anspruchsvolle Arbeit unter nicht immer einfachen Bedingungen leisten. Frank Pintsch: „Sie tragen mit großem persönlichem Einsatz dazu bei, dass das Forum St. Johannes funktioniert. Dafür gebührt ihnen mein ausdrücklicher Dank.“

Bildnachweis: Anna Kondratenko / Stadt Augsburg
Link: augsburg.de/forum-st-johannes

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