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Augsburg hat ein Schrottfahrrad-Problem

In letzter Zeit fallen viele Fahrräder im Stadtgebiet auf, die Werbung für die Augsburger Radlnacht am 18.07. machen

Im Stadtgebiet machen Schilder an Fahrrädern auf die Augsburger Radlnacht am 18.07.26 aufmerksam. Das Organisationsteam der Radlnacht wurde nun von der Wirtschaftsförderung der Stadt Augsburg aufgefordert, offensichtlich ungenutzte Fahrräder zu entfernen. Die Organisator*innen der Radlnacht weisen die Verantwortung zurück. Die ausrangierten Fahrräder gehören ihnen nicht, sie stehen dort schon länger. Deshalb fordert das Radlnacht-Team die Stadtverwaltung dazu auf, ihrer Verantwortung nachzukommen und das Schrottfahrrad-Problem, das durch die Werbeschilder sichtbarer wurde, systematisch zu beheben.

Nun ist die Wirtschaftsförderung der Stadt Augsburg an das Organisationsteam der Radlnacht herangetreten und hat die auffällig vielen alten Fahrräder beanstandet. Stephan Mayr, Teamleitung Standortberatung Einzelhandel, Innenstadt, Stadtteilentwicklung, forderte die Organisator*innen der Radlnacht per Mail dazu auf, die nicht mehr nutzbaren Fahrräder zu entfernen. Diese würden die "leider zu wenig vorhandenen" Fahrradabstellanlagen in der Innenstadt blockieren.

Er habe mehrere Beschwerden erhalten.

Die Organisator*innen stimmen zu, dass offensichtlich nicht genutzte Fahrräder die Abstellanlagen blockieren, der Zustand unattraktiv ist und es leider zu wenig Abstellanlagen gibt. Allerdings haben die Organisator*innen die Fahrräder nicht dort abgestellt, diese stehen dort schon länger. Sie dürfen diese Fahrräder also nicht selbst entfernen.

"Wir wundern uns, dass nur durch die Pappschilder auffällt, dass es zu viele Schrottfahrräder und zu wenig Abstellanlagen gibt", so Stefan Sohnle.

Zudem erklären die Organisator*innen, selbst nur die offiziellen Flyer und Plakate zu verteilen. Die Pappschilder werden eigeninitiativ verteilt und an Fahrräder angebracht. Nicht nur an eigene Fahrräder, sondern offensichtlich auch an Fahrräder, die nicht mehr in Gebrauch sind. Diese können teilweise als "Schrottfahrräder" angesehen werden.

Durch die Pappschilder wird deren erhebliche Anzahl nun deutlich sichtbar. Vorher gingen "aufgegebene" Fahrräder eher in der Menge der abgestellten Fahrräder unter.

"Wir finden es bedauernswert, dass sich die Besitzer*innen der Fahrräder gegen dieses Verkehrsmittel entscheiden und es stehen lassen. Angesichts der fehlenden Stellplätze und der gefährlichen Radwege ist das auch nicht verwunderlich. Die Stadt schafft es noch nicht, das Fahrradfahren attraktiv genug zu machen. " erklärt Felix Strobel.

Stadtverwaltung entfernt vermutlich schon länger keine Schrottfahrräder mehr.

Mit Schrottfahrrädern sind Fahrräder gemeint, die offensichtlich nicht mehr genutzt werden und über längere Zeit beschädigt, unvollständig oder verlassen an öffentlichen Abstellanlagen stehen.

Nach Einschätzung des Organisationsteams fehlt derzeit ein nachvollziehbarer und regelmäßiger Prozess zur Entfernung aufgegebener Fahrräder durch die Stadtverwaltung. In Einzelfällen werden Fahrräder entfernt. In der Vergangenheit kam es dabei zu rechtlichen Fehlern und berechtigten Schadenersatzforderungen durch Bürger*innen. Dazu Stefan Sohnle, Mitglied des Organisationsteams: "Mir wurden in den letzten drei Jahren zwei Fahrräder entfernt, deren Eigentum ich nicht aufgegeben hatte und die nicht als Schrottfahrräder klassifizierbar waren. Der dadurch verursachte Aufwand für Rückgabe bzw. Schadenersatz war sehr hoch. Dies lag auch an unzureichenden Prozessen in der Verwaltung für die Entfernung von Fahrrädern."

Zu wenige Fahrradabstellmöglichkeiten - Handlungsbedarf bei der Stadt Augsburg

In Augsburg gibt es nach Ansicht der Radlnacht-Organisator*innen insgesamt zu wenig Fahrradabstellmöglichkeiten. In der Innenstadt sind die vorhandenen Abstellanlagen durch hohen Nutzungsdruck oft vollständig besetzt. Für Lastenfahrräder und Fahrräder mit Anhänger sind noch weniger Flächen vorgesehen. Einige Anlagen sind veraltet und in schlechtem Zustand, wie z.B. am südlichen Beginn der Fuggerstraße. Die Organisator*innen fordern mehr Fahrradabstellplätze und zusätzlich eine systematische Entfernung von Schrottfahrrädern durch die Stadtverwaltung.

Nach der Radlnacht wird das Radlnacht-Team noch vorhandene Pappschilder entfernen. Die Organisator*innen erklären dazu: "Bei der Vorbereitung und bei der Radlnacht selbst ist es uns wichtig, sichtbar zu machen, wie viele Menschen Fahrrad fahren. Wir möchten darauf aufmerksam machen, wie sich ein erhöhter Radverkehrsanteil positiv auf das gesamte Verkehrsnetz auswirken kann. Auch die Stadt sollte den Radverkehr besser sichtbar machen und unterstützen. Dazu gehört auch, in ausreichender Anzahl moderne Fahrradabstellplätze zur Verfügung zu stellen und diese zu pflegen."

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