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Augsburger Radlnacht 2025
Knapp 2000 Menschen demonstrieren bei der Augsburger Radlnacht für eine nachhaltige Mobilitätswende
Bei der zweiten von Freiwilligen organisierten Augsburger Radlnacht demonstrierten letzten Samstagabend knapp 2000 Personen für bessere Fahrradinfrastruktur in Augsburg. Sie fuhren dabei auch eine Teilstrecke auf der B17, um symbolisch zu zeigen, dass dem Radverkehr mehr Platz in der Verkehrsplanung eingeräumt werden soll.
"Wir waren heute mit 2000 Menschen für eine klimafreundliche und sozial gerechte Mobilitätswende auf der Straße. Denn obwohl längst klar ist, dass durch eine bessere Fahrradinfrastruktur der Anteil des Radverkehrs erhöht werden kann und mehr gesunde, klimafreundliche Mobilität möglich wäre, verbessert sich die Situation in Augsburg nicht merklich: Radwege enden plötzlich, sind viel zu schmal oder gleich gar nicht vorhanden. Autos überholen viel zu eng und zu schnell. Stadtplanung und Politik räumen dem Autoverkehr zu viel Vorrang ein, während sie die Belange des Radverkehrs oftmals vernachlässigen. Mit der Radlnacht zeigen wir, wie wichtig eine gute und sichere Radinfrastruktur ist, damit sich Menschen beim Fahrradfahren sicher fühlen können und damit noch mehr Menschen vom Auto aufs Fahrrad umsteigen", berichtet Felix Strobel.
Die mehr als 2000 Teilnehmenden (beim Start noch etwas weniger als 2000, bei Beginn des B17-Teils dann mehr als 2000) fuhren heute zusammen 20.000 km, eine beeindruckende Zahl, die auch zum Augsburger Erfolg der Aktion "Stadtradeln" beiträgt. Letztes Jahr wurden beim Stadtradeln über eine Million Kilometer erzielt.
Radfahren soll im Alltag für alle Menschen möglichst angstfrei sein
Die Organisator*innen fordern, die Platzverteilung im Straßenraum, die momentan dem motorisierten Individualverkehr den meisten Platz einräumt, zu verändern. Schon einige Zeit vor der Abfahrt versammelten sich deshalb die Teilnehmenden am Prinzregentenplatz. Dort gab es - um die alternative Nutzung des Straßenraumes aufzuzeigen - ein buntes Programm mit Aktionen für Kinder wie Kreidemalen und Riesenseifenblasen. In Reden wurde der Augsburger Verkehrswendeplan vorgestellt, die Stadt aufgefordert, den Radvertrag einzuhalten und der Zusammenhang zwischen einer nachhaltigen Mobilitätswende und Gleichberechtigung gezeigt.
Dass trotz des Regens mehr als 2000 Personen an der Radlnacht-Demo teilnehmen, zeigt, dass vielen Menschen das Thema wichtig ist. "Radfahren im Alltag soll für alle Menschen angstfrei möglich sein. Dafür braucht es in allen Stadtteilen breite und sichere Radwege, sowie Radverkehrsachsen, die die Stadtteile miteinander verbinden" erklärt Strobel. Verkehrsuntersuchungen belegen, dass gut ausgebaute und sichere Radwege wesentlich dazu beitragen, dass mehr Menschen radfahren. Gestützt werden die Forderungen von den letzten Ergebnissen des ADFC-Fahrradklimatests. Augsburg wird in diesem Test kein gutes Zeugnis ausgestellt. In der Umfrage von 2024 wurde nur die Schulnote 4,1 erreicht. Seit 2012, dem Start des Projekts "Fahrradstadt" der Stadt Augsburg, hat sich die Benotung durch die Bürger*\innen fast durchgehend verschlechtert. So hat Augsburg mit der Schulnote 3,81 angefangen und sich zwar 2014 auf 3,75 verbessert. Seit dieser Verbesserung hat die Umfrage jedoch durchgehend schlechtere Ergebnisse gezeigt. Wäre die Stadt in der Schule, würde im Zeugnis stehen, dass die "Versetzung gefährdet" ist. In den Bereichen "Breite der Radwege" und "Ampelschaltungen" fällt Augsburg sogar mit der Note 5,0 durch.
Foto: Deniz Anan






