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Die nächste Evolutionsstufe kommunaler Politik?

Generation AUX will Augsburg nicht vereinfachen, sondern ernst nehmen.

Pressekonferenzen leben oft von Vereinfachung. Klare Feindbilder, eingängige Schlagworte, möglichst wenig Komplexität. Generation AUX hält davon wenig. „Die aktuellen Stelleninhaber versuchen alles zu simplifizieren“, sagt Spitzenkandidat Raphael Brandmiller. „Aber in einer immer komplexer werdenden Welt ist das nicht angebracht. Man sollte die Dinge schon so benennen, wie sie tatsächlich sind.“

Synergieeffekte, Leuchtturmprojekte, One-Stop-Prinzip
Dieser Satz erklärt viel über das Selbstverständnis der Gruppe – und über ihren Stil. Schon bei der Programmvorstellung im Weißen Lamm war klar: Hier wird Kommunalpolitik nicht als Wohlfühlveranstaltung verstanden, sondern als Managementaufgabe. Synergieeffekte, Leuchtturmprojekte, One-Stop-Prinzip – Begriffe, die man eher aus Pitchdecks kennt als aus Wahlprogrammen. Das wirkt glatt, fast kühl. Aber auch konsequent. In einem Follow-up-Telefonat präzisierte Brandmiller, wie bewusst dieser Ansatz gewählt ist.

Jenseits der politischen Lager
Wir bewegen uns nicht im üblichen Links-Rechts-Schema und verfolgen keine Ideologie – wir stehen für Pragmatismus.“ Brandmiller formuliert diesen Anspruch ohne Pathos, fast beiläufig. Generation AUX will weder Protest noch Moralinstanz sein, sondern eine kompetenzgetriebene Gestaltungs-Einheit. Politik als Frage der Umsetzung, nicht der Gesinnung.

Akademiker, Rentner, Studierende, Menschen ohne höheren Bildungsabschluss
Der erhobene Einwand, Generation AUX sei ein Projekt für eine urbane, akademische Elite, wird von Brandmiller entschieden zurückgewiesen. Die eigene 60er-Liste sei bewusst breit aufgestellt: Akademiker, Rentner, Studierende, Menschen ohne höheren Bildungsabschluss. „In dieser Buntheit wollen wir alle Bevölkerungsteile abholen.“
Umsetzen statt versprechen

Reallabor Oberhausen und Mobilitätsachsen
Die vorgestellten Projekte – vom Reallabor Oberhausen über neue Mobilitätsachsen bis zur Popagenda – eint ein gemeinsamer Anspruch: Realitäts- und Umsetzungsnähe. „Genau darin liegt die Chance auf einen hohen Realisierungsgrad“, sagt Brandmiller. Visionstheater soll es nicht geben, stattdessen messbaren Fortschritt. Ein öffentliches Dashboard soll künftig zeigen, was tatsächlich vorangeht. Das ist mutig. Denn wer messbar sein will, macht sich angreifbar. Transparenz schafft Vertrauen – aber auch Fallhöhe.

Politik als Entwicklungsschritt
Interessant ist der lange Atem, den Generation AUX für sich reklamiert. Man denke nicht in Wahlperioden, sondern in Entwicklungsschritten. „Nach dieser Legislatur soll der nächste Schritt kommen – und danach der nächste. Die richtigen Leute sind an Bord.“ Politik wird hier als dauerhaftes Engagement verstanden, nicht als politischer Sprint. Das klingt weniger nach klassischem Wahlkampf als nach Organisationsentwicklung. Der Stadtrat als Transformationsraum, nicht als Endstation. Ambitioniert – und in der Logik des Projekts folgerichtig. Ob jedoch dieses unternehmerische Denken ausreicht, bleibt offen. Verwaltung ist kein Startup und auch Pragmatismus schützt nicht vor Konflikten.

Vorbereitet und selbstbewusst
Generation AUX wirkt vorbereitet, professionell, selbstbewusst – vielleicht sogar einen Tick zu sehr. Doch gerade darin liegt ihre Relevanz: Sie nehmen Augsburg ernst genug, um es nicht kleinzureden. Am Ende entscheidet nicht das schönste Konzept, sondern die Fähigkeit, es in den verwinkelten Fluren des Rathauses zu verteidigen. Ist Generation AUX die nächste Evolutionsstufe kommunaler Politik – oder am Ende doch „nur“ ein sehr gutes Konzeptpapier? Die Wahl 2026 wird es zeigen. (tk)

Wer sich selbst ein Bild machen will, findet das vollständige Programm unter www.generation-aux.de.

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