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Mehr als 2.200 junge Menschen starten im Wirtschaftsraum Augsburg in die Ausbildung
Am 1. September beginnt das neue Ausbildungsjahr. Fast 6.900 junge Menschen werden an diesem Tag eine Berufsausbildung bei einem bayerisch-schwäbischen Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen starten. Damit wird die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsverträge rund 4 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. „Angesichts der schwierigen konjunkturellen Lage können wir mit diesem Ergebnis zufrieden sein“, sagt Dr. Christian Fischer, stellvertretender Leiter des Bereichs Berufliche Bildung bei der IHK Schwaben. Im Wirtschaftsraum Augsburg beginnen zum 1. September mehr als 2.200 junge Menschen ihre Ausbildung in einem IHK-Beruf.
Die Zahl der Neuverträge in der Stadt Augsburg sowie in den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg wird voraussichtlich 6,7 Prozent unter Vorjahresniveau liegen. 2025 waren zum 1. September gut 2.400 Neuverträge eingegangen, schwabenweit waren es knapp 7.200 gewesen. „Die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist weiterhin hoch“, sagt IHK-Experte Fischer. „Das zeigt, dass die Betriebe trotz der wirtschaftlich unsicheren Situation gezielt in ihre künftigen Fachkräfte investieren.“ Mit dem offiziellen Ausbildungsstart am 1. September ist die Vermittlung nicht abgeschlossen. Erfahrungsgemäß kommen in den kommenden Wochen weitere Ausbildungsverhältnisse zustande. Im IHK-Ausbildungsatlas, der regionalen Ausbildungsplatzbörse, sind aktuell noch 1.700 freie Ausbildungsplätze für Bayerisch-Schwaben gemeldet – darunter zahlreiche Stellen, die kurzfristig besetzt werden können. „Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, sollten die kommenden Wochen nutzen und sich weiter bewerben“, sagt Fischer. „Wer bei der Wahl des Berufs und auch beim Ausbildungsort flexibel ist, hat weiterhin gute Chancen.“
Gastro-Berufe sind der Gewinner in 2026
Über die einzelnen Berufsgruppen und Branchen hinweg zeigt sich auf dem Ausbildungsmarkt aktuell ein differenziertes Bild. Vor allem in der Industrie hinterlassen die schlechte konjunkturelle Lage und die schleichende Deindustrialisierung Spuren. Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge in den gewerblich-technischen Berufen ist um 6,5 Prozent zurückgegangen. Bei kaufmännischen Ausbildungen in der Industrie gibt es ein Minus von rund 16 Prozent. Dafür verzeichnet das Hotel- und Gaststättengewerbe starke Zuwächse. Hier sind bislang fast 17 Prozent mehr Ausbildungsverträge geschlossen worden. Fischer führt das auf den starken Fachkräftebedarf zurück. „Diese Branche hat enormen Nachholbedarf“, so der IHK-Experte. Auch im Verkehrs und- Transportgewebe ist die Zahl der neuen Ausbildungsverträge weiter steigend. Stabil sind die Banken- und Versicherungsbranche und auch der Handel.
KI-Boom verändert Präferenzen bei der Berufswahl
Die aktuellen Zahlen untermauern damit einen Trend auf dem Arbeitsmarkt, der sich in den vergangenen Jahren bereits angedeutet hat. Der technologische Wandel und der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz spielen dabei eine große Rolle. „Anwendungsbezogene Fähigkeiten gewinnen durch KI immer mehr an Bedeutung“, erklärt Fischer. „Anders als beispielsweise ein Studium vermittelt eine Ausbildung neben theoretischem Fachwissen die praktischen Kompetenzen, die in der Wirtschaft so gefragt sind.“ Dieser Aspekt spiele bei den jungen Menschen und ihren Eltern bei der Berufswahl eine zunehmend wichtige Rolle. „Gerade Berufe, in denen die persönliche Dienstleistung und Service wichtig sind wie etwa in der Gastronomie, erscheinen vielen jungen Menschen als zukunftssichere Option“, sagt Fischer. Zu den Top-Berufen mit den meisten Verträgen gehören wie in den vergangenen Jahren Verkäufer/-in, Industriemechaniker/-in sowie Kaufleute im Einzelhandel.
IHK Schwaben unterstützt bei Berufsorientierung und Matching
Eine Herausforderung bleibt nach wie vor das Matching. Um Jugendliche und Unternehmen frühzeitig zusammenzubringen, hat die IHK Schwaben ihre Aktivitäten in der Berufsorientierung weiter ausgebaut. Mit dem IHK-Ausbildungsmobil waren Beraterinnen und Berater direkt an Schulen in Bayerisch-Schwaben unterwegs. Gemeinsam mit den IHK-Ausbildungsscouts geben sie Jugendlichen Einblicke in Ausbildungsberufe und Karrierewege. Auch die in der IHK ehrenamtlich engagierten Unternehmerinnen und Unternehmer unterstützen die Berufsorientierung, etwa durch Firmenbesuche, Praktika oder Schulpartnerschaften. Digitale Angebote wie der IHK-Ausbildungsatlas erleichtern zusätzlich die Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz.






