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Tradition goes Fashion: Dirndl-Ausstellung im tim
Das Textilmuseum feiert 15-jähriges Bestehen und zeigt in diesem Jahr eine große Dirndl-Ausstellung
Sonderausstellung „Dirndl – Tradition goes Fashion“
Mit dem Dirndl steht 2025 ein weltweit bekanntes Kleidungsstück im Mittelpunkt des Ausstellungsjahres im Staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim). Von April bis Oktober wird eine opulente Schau von historischen Dirndln und heutigen High Fashion Modellen präsentiert. Museumsdirektor Murr verspricht einen modischen Streifzug vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. So sollen Besucherinnen und Besucher auf 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche eintauchen können in die wechselvolle Entwicklungsgeschichte des Dirndls, seine Ursprünge, politischen Vereinnahmungen und aufregenden Neuinterpretationen. Murr: „Das Dirndl ist ein bekannter Markenbotschafter Bayerns. Es steht einerseits für bayerische Tradition, Geschichte und Handwerkskunst. Wir zeigen aber auch, wie junge Designerinnen und Designer von heute durch beeindruckende neue Dirndl-Designs völlig neue modische Statements setzen.“
Die Sonderausstellung wird vom 4. April bis zum 19. Oktober 2025 im tim zu sehen sein und findet statt in Kooperation mit der OÖ Landes-Kultur GmbH, der größten Kulturinstitution des Landes Oberösterreich. Die Schau war 2021 in abgewandelter Form in Bad Ischl zu sehen. Das tim übernimmt daraus zahlreiche Objekte sowie das Grundkonzept und erweitert die Ausstellung um bayerische Themen, Objekte und Geschichten.
15 Jahre tim - Fashionshow im Herbst
Nachdem die geplante Feier zum zehnjährigen Bestehen des tim wegen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 leider ausfallen musste, will das Museum diese nun anlässlich seines 15-jährigen Jubiläums nachholen. Dazu plant das tim für die erste Novemberhälfte einen Festabend mit großer Modenschau in Kooperation mit der Deutschen Meisterschule für Mode in München. Das tim war am 20. Januar 2010 vom damaligen Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, eröffnet worden.
2025 starten mehrere Förderprojekte
Mit Volldampf durch die Nähfadenfabrik – ein Filmprojekt
Auch wenn die frühere Zwirnerei und Nähfadenfabrik Göggingen schon lange, und deren Nachfolgerfirma in Augsburg seit Anfang dieses Jahres Geschichte sind – ein neues, animiertes Filmprojekt des tim lässt Besucherinnen und Besucher in ein altes „Rauchbild“ des Unternehmens eintauchen. Auf einer Zeitreise blicken wir gemeinsam hinter die Kulissen einer Augsburger Textilfabrik im 19. Jahrhundert. Was und wie wurde produziert? Was bedeutete es für die Beschäftigten, in den riesigen Fabrikhallen an den zahllosen Textilmaschinen zu arbeiten? Wie sah der Lebensalltag der Menschen aus? Diesen und weiteren spannenden Fragen spürt das Filmprojekt nach. Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Gewinnsparvereins der Sparda-Bank Augsburg.
Geplante Fertigstellung: Mitte 2025.
„Sustainability“ – für eine nachhaltige Zukunft! – Ein Multimedia-Guide fürs Smartphone
Nachhaltigkeit ist gerade im Bereich der weltweiten Textilindustrie ein immer drängenderes Thema. Sei es bei der Produktion, beim Konsum oder bei der Entsorgung von Kleidung – die Herausforderungen in sozialen, ökologischen und ökonomischen Fragen sind in der textilen Wertschöpfungskette immens. Genau darum geht es beim neu entstehenden Multimedia-Guide für das tim. Besucherinnen und Besucher können künftig mit dem eigenen Smartphone die Dauerausstellung ganz speziell unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit erkunden. Ergänzend zum analog nachvollziehbaren textilen Herstellungsprozess im tim bieten informative Filme, Grafiken und spannende Quiz-Spiele einen zusätzlichen, kurzweiligen Zugang zum Thema „Sustainability“. Der Multimedia-Guide wird gefördert von kultur.digital.vermittlung – ein Projekt des Bayerischen
Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst.
Geplante Fertigstellung: Mitte 2026
Amigra reaching out: Geschichte und Zukunft einer diversen Stadtgesellschaft (DIWA 4.0)
Mit der App „Amigra“ hat das tim vor wenigen Jahren einen multimedialen Zugang zur Migrationsgeschichte Augsburgs entwickelt. Nun soll als zweiter Schritt in einer Kooperation mit dem Deutschen Museum Nürnberg (DMN) auch die dortige Migrationsgeschichte in Form einer ähnlichen App zugänglich gemacht werden. Eine neue Website soll zudem die Geschichten beider Metropolen zusammenführen. Anschließend wollen das tim und das DMN den Zeitstrahl in die Zukunft richten. In partizipativer Arbeit mit migrantischen Communities gilt es, ein Konzept für einen musealen Medientisch zu entwickeln und umzusetzen, der es erlaubt, multimedial und interaktiv Zukunftsvisionen einer diversen Stadtgesellschaft sichtbar und spielerisch erfahrbar zu machen. Dieser Medientisch kommt dann in den beiden Museen (tim und DNM) dauerhaft zur Aufstellung.
Geplante Fertigstellung: Mitte 2027
Empowering Media Literacy (im Rahmen von DIWA 4.0)
In der heutigen Welt bietet „Media Literacy“ (Medienkompetenz) einen elementaren Baustein demokratischer Kultur. Dazu entwickelt das tim zusammen mit migrationssensiblen Multiplikatoren ein app-basiertes Smartphone-Spiel. Die entstehende Spielstruktur liefert dabei den roten Faden, mit dem sich verschiedenste Medienkompetenzen verbinden lassen. Dabei kann es sich beispielsweise um Orte, Lebens- und Interaktionsräume handeln, die für die künftige Integration von
migrantisierten Jugendlichen in ihrem gesellschaftlichen Umfeld eine wichtige Rolle spielen. In einer Reihe von Workshops kooperiert die Multiplikatorengruppe mit Experten aus den Bereichen Medienpädagogik, Game-Design, Programmierung, Musikproduktion und Bewerbung. Es gilt, mit Gestaltungsdimensionen wie Storytelling, Design, Musik, Sound, Werbung etc. vertraut zu machen, um ein multimediales Vokabular des Erzählens über Heimat, Stadt und gesellschaftlich relevante Orte ausbilden zu können. Die Ergebnisse sollen dann in den Aufbau einer Website einfließen, mit deren Hilfe sich weitere Multiplikatoren medial fortbilden können.
Geplante Fertigstellung: Mitte 2027
Das Staatliche Textil- und Industriemuseum Augsburg (tim) ist eine Einrichtung des Freistaats Bayern, errichtet durch die Stadt Augsburg und den Bezirk Schwaben. Unterstützt durch den Förder- und Freundeskreis tim e.V.
Bild: Museumsdirektor Dr. Karl B. Murr
Bildnachweis: Frauke Wichmann






