Augsburg zeigt Flagge gegen Rechts

Für einen relativ spontan angesetzten Protest an einem Dienstagvormittag kann sich die Menschenmenge vor dem Theater Augsburg durchaus sehen lassen. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage haben Mitglieder der rechtsextremen NPD Augsburg heimgesucht - und diesmal lief das Ganze nicht heimlich ab. Das Bündnis für Menschenwürde hatte zur Gegenkundgebung an den Kennedyplatz geladen, angeschlossen haben sich Stadtjugendring und die Stadt Augsburg. Nach kurzen Reden spielte das multikulturelle Musikprojekt Musaik.

Am Prinzregentenplatz warteten unterdessen zahlreiche Augsburger auf "den Feind". Die Handvoll NPD-Mitglieder machten ihrem Ruf als "gute Deutsche" wenig Ehre und rollten eine halbe Stunde zu spät an, mit einem Lkw an, der auf den ersten Blick von einem "normalen" Lieferwagen kaum zu unterscheiden ist. Was dann passierte kennt man: Lautsprecher aufbauen, Parolen raushauen, abbauen. Die beständigen Rufe, Trillerpfeifen, Tröten und Trommeln der Gegendemonstranten ließen auch heute knappe anderthalb Stunden lang kaum eine Silbe der NPDler durchdringen.

Um ein Uhr war alles wieder vorbei und auch wenn es nicht zu spektakulären Aktionen wie Sitzblockaden oder ähnlichem kam, war der Protest für Augsburg doch ganz respektabel. Entwarnung kann indes nicht gegeben werden, die Ankündigung eines NPD-Redners, Augsburg bald wieder einen Besuch abstatten zu wollen, muss man leider ernstnehmen.

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