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Politik

Die Helden und die Ehre

Schöner kann man eigentlich eine Pressekonferenz nicht beginnen: "Ab jetzt kann man sich auch in Augsburg zum Helden ausbilden lassen!", so Erwin Schletterer, Geschäftsführer von Brücke e.V. In den Projekträumen des Vereins für Kinder- und Jugendkriminalitätsprävention in der Ballonfabrik wurde am Donnerstag das Projekt "Heroes" vorgestellt, eine Initiative "gegen Unterdrückung im Namen der Ehre" für Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Die Idee selbst ist auch schon eingewandert und verbreitet sich von Schweden kommend seit 2007 über Berlin-Neukölln in der Bundesrepublik. Dabei stößt das Konzept auf großes Interesse seitens der Politik, was auch die Anwesenheit von Paul Hansel vom Bayerischen Sozialministerium und dem Augsburger Ordnungsreferenten Volker Ullrich bewies, die das Projekt finanziell fördern.

"Heroes" richtet sich an Angehörige sogenannter "Ehrenkulturen" (vornehmlich Türkei und arabische Länder, aber auch Südost- bzw. Osteuropa), in denen "vermeintliche Ehre" (Ullrich) und traditionelle Rollenbilder eine Gleichberechtigung der Geschlechter und die Integration behindern - mit Extremfolgen wie Zwangsverheiratung oder Ehrenmorde.

Die freiwilligen "Heroes" sollen nun in einem neunmonatigen Kurs lernen, mit Gleichaltrigen über Themen wie Patriarchialismus, Ehre, Männlichkeit und Gleichberechtigung zu diskutieren, die althergebrachten Positionen zu hinterfragen und sich gegebenenfalls davon zu distanzieren. "Nur durch Freiheit und Gleichberechtigung erreichen wir Chancengleichheit und dadurch eine Teilhabe an unserer Gesellschaft", so Paul Hansel vom Ministerium.

Doch nicht jeder kann ein "Hero" werden: Zwischen 16 und 18 Jahre alt sind die ersten acht Teilnehmer in Augsburg, mit Wurzeln in der Türkei, Ägypten, Vietnam sowie der Ukraine. Allesamt Jungs, da "männliche Familienmitglieder Privilegien genießen und am ehesten die Möglichkeit haben, Veränderungsprozesse anzustoßen", so Projektleiterin Brigitte Schüürmann.

Die beiden Gruppenleiter, Steve Malki und Muhterem Yilmaz (Algereien bzw. Türkei), arbeiten seit März 2012 daran, die zukünftigen "Heroes" in einer sehr intensiven Ausbildung, zu der auch Ausflugsfahrten und theaterpädagogische Maßnahmen (Rollenspiele) gehören, in die Lage zu versetzen, Workshops an Schulen und Jugendzentren zu geben - und natürlich in ihr privates Umfeld zu wirken. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre angesetzt.

www.heroes-augsburg.de

Foto unten: Gruppenleiter Steve Malki und Muhterem Yilmaz, Koordinator Erwin Schletterer und Projektleiterin Brigitte Schüürmann (v.l.)

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