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"Eine einmalige Chance, die es zu packen gilt"
Der Streit zwischen Kantine und Kulturpark West über eine gemeinsame Zukunft im Gaswerk spaltet eine ganze Szene. Kulturreferent Peter Grab ist Mitglied des KuPa-Kuratoriums. Seine Ansichten zu dem Thema schilderte uns der dritte Bürgermeister per E-Mail-Interview.
Stadtwerke-Chef Claus Gebhardt ist begeistert von der Idee des KuPas als neuer Mieter auf dem Gaswerkgelände – teilen Sie die Euphorie?
Ja. Das denkmalgeschützte Ensemble des ehemaligen und derzeit kaum genutzten Gaswerkgeländes als ein Kunst-, Kultur- und Kreativwirtschaft-Areal zu entwickeln, ist eine spannende Vision, deren Umsetzung sicher weit über Augsburgs Grenzen hinaus strahlen würde. Es ist eine einmalige Chance, die es zu packen gilt. Auch deshalb, da erstmals Kulturschaffende ein Areal mit Zukunft (!) hätten, verbunden mit einem unglaublichen Kreativpotential.
Die Kantine als Teil des aktuellen Kulturparks spielte in den Gaswerksplanungen von Anfang an keine Rolle – wie erklären Sie sich das?
Dies zum jetzigen Zeitpunkt zu erklären, wäre nicht sachgerecht. Ob und welche gewerbliche Unternehmen, also auch ein Club wie die Kantine, in ein Gesamtkonzept Kulturpark im Gaswerk passt, kann erst zu einem späteren Zeitpunkt beurteilt werden, wenn die Planungen entsprechend fortgeschritten sind.
Laut den Kulturpark-Geschäftsführern passt die Kantine nicht mehr ins Konzept, weil der Club rein kommerziell ausgerichtet sei. Andererseits ist die Kantine für viele einer der wenigen Aspekte des Kulturparks, der über die Szenegrenzen hinaus wahrgenommen wird. Sie sind im Kuratorium des KuPas – wie sieht man dort die Problematik?
Vieles im Leben hat Vor- und Nachteile. Ich kenne kaum einen Club, bei dem es nicht Nachteile gäbe. Eine fundierte Betrachtung darf aber auch die Vorteile nicht außer acht lassen. Die sich daraus ergebende Abwägung der Vor- und Nachteile muss die Zielsetzung sein bei gleichzeitigen Anstrengungen, die Nachteile soweit als möglich zu minimieren. Hinzu kommt, dass das Gaswerk-Areal nicht vergleichbar ist mit dem Reese-Gelände und der jetzigen sowie künftigen nahen Wohnbebauung. Insofern kann weder ich noch das Kuratorium zum jetzigen Zeitpunkt eine endgültige Meinung haben. Das Thema gehört zum richtigen Zeitpunkt diskutiert, wenn mehr Details über das Konzept im Gaswerk-Areal bekannt sind. Derzeit sind wir im Stadium einer Machbarkeitsstudie – die Planungen folgen erst danach.
Kann die Stadt Einfluss nehmen auf die Zukunftsplanungen des KuPa? Sollte sie das und werden Sie als Kulturreferent hier aktiv werden?
Das Kuratorium des Kulturparks West berät die Geschäftsführer in wesentlichen konzeptionellen Belangen und fasst dazu auch Beschlüsse – so sieht es die geschlossene Vereinbarung vor. Insofern gehe ich davon aus, dass kontinuierlich die Planungen für die Zukunft des Kulturparks mit dem Kuratorium abgestimmt werden und damit auch mit mir als Kuratoriumsmitglied. Das darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die letztgültigen Entscheidungen der Stadtrat trifft. Das Kuratorium hat eine beratende Funktion.
Foto: Siegfried Kerpf/Stadt Augsburg






