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"Ich habe mir das sehr genau überlegt"

Der laut Peter Grab "beste Bewerber von allen" legt los: Am Freitag wurde der neue Popkulturbeaufttragte Stefan Schleifer vorgestellt...

Der vielleicht unangenehmste Job in Bayern, nach dem Oppositionsführer im Landtag, war lange Zeit der Augsburger Popkulturbeauftragte. Von großen Teilen der Szene misstrauisch beäugt, vom Kulturreferenten als Allzweckwaffe eingesetzt und von Finanzmitteln relativ unbelästigt hat Richard Goerlich das Beste draus gemacht, bis er Anfang vergangenen Jahres keine Lust mehr hatte.

Nun ist viel passiert, eine Evaluierungskommission hat auf Betreiben der Augsburger Grünen für einen überparteilichen Konsens gesorgt, der die Wiederbesetzung zwar erheblich verzögert hat, aber zumindest das politische Sperrfeuer beendet haben dürfte. Immer vorausgesetzt, es kommt tatsächlich zur ebenfalls geforderten neuen Stelle für Kreativwirtschaft.

Stefan Schleifer hat das alles sehr genau mitbekommen – und sich trotzdem beworben, sogar zweimal. Am Freitag wurde der 33jährige Heidelberger, der sich gegen 48 Mitbewerber durchgesetzt hat, von seinen beiden Chefs, Kulturamtsleiter Thomas Weitzel und Kulturreferent Peter Grab, vorgestellt. Der laut Grab "beste Bewerber von allen" kennt die hiesigen Diskussionen auch aus seiner Augsburger Zeit von 2006 bis 2010, in der er u.a. Mitglied der Popkommission war. "Ich habe mir das sehr genau überlegt", so Schleifer, dem vor allem die überparteiliche Zustimmung Hoffnung gibt. Außerdem geht er davon aus, dass die Kreativwirtschaftsstelle kommen wird, was Grab zufolge "bald im Jahr 2014" passieren soll.

Stefan Schleifer hat so ziemlich alles schon gemacht, was der Kulturmanagementbereich hergibt, vom Tourleiter über Veranstalter bis zum Ausstellungsmacher. Zuletzt war er Pressesprecher der Fakultät für Gestaltung an der Uni Pforzheim. Einen "Sack von Konzepten" bringt er aber nicht mit: "Ich würde es für grundsätzlich falsch halten, mit einem fertigen Plan zu kommen", so Schleifer, der bis quasi gestern noch in seinem vorherigen Job beschäftigt war. Die kommenden Wochen will er vor allem viel mit den Augsburger Akteuren sprechen. Doch eine konkrete Aufgabe haben ihm die Chefs schon auf den Tisch gelegt: Das von den Grünen geforderte Hearing zur Entwicklung des Gaswerksgeländes wird Schleifer organisieren.

Allzu viel Geld hat er nicht zur Verfügung, der bisherige Etat des Augsburger Popkulturbeauftragten von 10.000 Euro soll nach aktueller Haushaltsplanung halbiert werden. Dass diese Mittel bei Weitem nicht ausreichen, darin waren sich alle drei Teilnehmer der Pressekonferenz einig. "Wir müssen also kämpfen und natürlich um Drittmittel werben", so Grab. Und Kulturamtsleiter Weitzel ergänzt: "Es geht aber nicht darum, eigene Projekte oder gar neue Festivals in die Welt zu setzen." Die Popkultur soll in bereits bestehende Formate integriert werden, wie es bei vielen städtischen Events schon der Fall ist. Das sieht Stefan Schleifer genauso: "Ich finde es wichtig, dass der Popkulturbeauftragte nicht als Veranstalter auftritt, sondern als Türöffner." Seine eigene Tür steht ab kommenden Dienstag im Kulturamt. (flo)

Foto: Peter Grab, Stefan Schleifer, Thomas Weitzel (v.l.)

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