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Meet Mister TTIP
Kennen Sie Ignacio Garcia Bercero? Nein? Damit dürften Sie in guter Gesellschaft sein. Der Mann ist Chefunterhändler der EU in Sachen TTIP - und in der Öffentlichkeit ungefähr so bekannt wie der Sekretärin von Jean-Claude Juncker ihr Cousin.
Unser Mann in Brüssel, der Augsburger EU-Parlamentarier Markus Ferber von der CSU (rechts im Bild), hat sich nun ein Herz gefasst und den Spanier zum Gespräch geladen. "Ich wollte ihm persönlich die Bedenken der Bürger schildern und die Anliegen direkt an denjenigen herantragen, der am Verhandlungstisch sitzt", so Ferber in einer Pressemitteilung.
Die Ergebnisse des Gesprächs sind wenig überraschend. Beim Thema Verbraucherschutz soll Bercero zugesichert haben, dass "anders als von Kritikern behauptet, die strengen EU-Verbraucherregeln, wie das Verbot von Hormonfleisch, keinesfalls aufgeweicht würden". Ebenfalls unberührt von TTIP bleiben demnach öffentliche Dienstleistungen wie die Wasserversorgung.
Das war's dann aber auch schon mit den guten Nachrichten. Ferber will den Chefunterhändler noch aufgefordert haben, "intensiv zu prüfen, ob es notwendig sei, angesichts des hohen Rechtsschutzniveaus sowohl in Europa als auch in den USA den Investitionsschutz in TTIP gesondert aufzunehmen". Eine Antwort von Bercero ist nicht überliefert. Nichtsdestoweniger ist laut Ferber das Abkommen eine "historische Chance, den größten Binnenmarkt der Welt zu schaffen und weltweite Standards zu setzen".
Wen's interessiert: Hier gibt’s ein relativ ausführliches Interview mit Ignacio Garcia Bercero - leider nur in Englisch... (PM/flo)
Foto: Büro Markus Ferber






